KREATIV UNTERWEGS IN ÖSTERREICH (5.8.-8.8.2020)

Objekt

Titel

KREATIV UNTERWEGS IN ÖSTERREICH (5.8.-8.8.2020)

Beschreibung

Vorgeschichte:

Vieles wurde mir zuviel: Die finanziellen Sorgen, der Stress, die schlaflosen Nächte, die Verpflichtungen, diese elende, vergebliche Suche nach Aufträgen, die ganze Corona-Situation mit all den Beschränkungen - obwohl ich weiss, dass letztere nötig waren, um uns und andere vor einer Coronainfektion zu schützen. Dann irgendwann kam bei mir der Burnout. Mein Vater, meine Lebensgefährtin Maria, meine Kinder Julian und Denise und ich beschlossen, dass ich in den Urlaub fahren sollte für einige Tage, damit ich mich von der Coronazeit und von meiner Zeit in Quarantäne erholen konnte. Mein Vater half mir notgedrungen, dass ich und meine Familie genug zu Essen hatten und er gab mir 400 Euro für die Reise. Ich beschoss dann zu reisen. Ich wusste nur nicht wohin. Natürlich nur eine Reise innerhalb Deutschlands. Ich wollte daher nach Berlin. Als ich im Internet nach Jobs suchte, stiess ich auf einen Artikel, in dem von Online-Ausstellungsmöglichkeiten in Wien Österreich berichtet wurde. In weiteren Berichten las ich von Jobmöglichkeiten. So bekam ich Lust nach Österreich zu fahren! Ich hatte aber vorher noch einiges in Hamburg zu erledigen (zum Beispiel einen neuen Kühlschrank kaufen). Als das erledigt war, packte ich am 4.8.2020 meine Tasche und fuhr in Richtung Hamburg Hauptbahnhof.

KREATIV UNTERWEGS IN DER CORONAKRISE

Als ich am 4.8.2020 am Schalter des Hamburger Reisebüros stand, erfuhr ich, dass eine Reise nach Österreich Wien nur 99 Euro kostete. Wieder schossen mir Bilder von Seiten aus dem Internet in den Kopf, in denen in Wien Job- und Online-Ausstellungsmöglichkeiten angeboten wurde, die ich zu Hause zuvor entdeckt hatte. Das war etwas für mich, da ich Arbeit und Aufträge suchte, denn durch die Coronakrise verlor ich schon im März alle meine Illustrations- und Malerei-Aufträge in Hamburg. Auch konnte ich in Österreich Filmaufnahmen von Landschaften etc machen, die ich in meinem unfertigen Film "It was Happened on 25.July" einbauen konnte, der ein bisschen von Ridley Scott's "Life on a Day 2" - Filmprojekt (vom 25.7.2020) inspiriert wurde. Und so kaufte ich am Schalter eine Fahrkarte nach Wien und sass später um ca. 20 Uhr mit Maske in meinem Reiseabteil in dem Zug nach Wien. Ich war froh eine Reise nach Österreich machen zu können, meine Sorgen mal hinter mir zu lassen - obwohl ich meine Familie vermisste. Vielleicht würde ich tatsächlich eine Ausstellung oder einen Illustrations-Auftrag bekommen oder wenigstens ein Bild verkaufen (in der Vergangenheit war ich so manchmal an Aufträge gekommen vor der Corona-Krise)? Wer wusste das? Das konnte sich natürlich als Luftblase oder unerfüllbarer Wunschtraum herausstellen oder doch etwas werden? Was hätte ich denn zu verlieren? Und ich sagte mir nüchtern, wenn ich gar nichts probieren würde, würde nichts passieren. Wenn ich das wenigstens versuchen würde, könnte vielleicht doch etwas passieren und ich könnte zu Geld kommen. Denn schliesslich hatte ich eine Familie zu ernähren. Ausserdem musste ich ein paar Tage raus aus dem stressigen Alltag in Hamburg.
In meinem Abteil waren noch 4 Personen: Drei etwas wildere und laute junge Männer ohne Maske um die 20 Jahre alt, die gelegentlich sauften, lachten und sich wilde Geschichten erzählten und ein etwas älterer Mann um die 50, der (wie sich später herausstellte) für eine Plattenfirma in Hamburg arbeitete und die ganze Zeit eine Maske trug. Ich hatte eine lange, fast 12-stündige Bahn-Fahrt nach Wien vor mir, der zeitlich fast genauso lang war wie in der Vergangenheit der Flug bei meinen Reisen in die Domenikanischen Republik in die Heimat meiner Lebensgefährtin Maria. Ich vertrieb meine Zeit mit Zeichnen und dem Schreiben von Geschichten - auch um meine Erlebnisse in der Coronakrise zu verarbeiten. Etwa gegen 23 Uhr versuchte ich sitzend auf meinem linken Sitz am Gang zu schlafen - ein Schlafabteil konnte ich mit finanziell nicht leisten. Ich zerknüllte meine Vorhänge links am Sitz, formte sie zu einem Kopfkissen und lehnte meinen Kopf dagegen. Und so versuchte ich zu schlafen - auch wenn das Sitzen auf dem Sitz zeitweise unbequem war und mir zeitweise meine Beine wehtaten. Und manchmal musste ich das Bahnabteil verlassen, um mir auf dem Gang die Füsse zu vertreten. Manchmal waren die jungen Männer zu laut, lachten, tranken Alkohol, erzählten sich Witze, vermutlich lachten sie auch etwas über mich, weil ich versuchte zu schlafen und es nicht konnte. Auch nervte mich, dass die drei jungen Männer meistens keine Maske trugen - obwohl sie eine dabei hatten. Aber ich blieb gelassen, hegte keinen Groll gegen sie - schließlich war ich auch mal jung und hatte allerhand Blödsinn früher gemacht. Und da ich gelassen blieb, machten sie auch weniger Witze, wurden auch ruhiger, verloren das Interesse mich zu ärgern und irgendwann schliefen sie ein. Auch ich fand eine Position, die es mir ermöglichte richtig zu schlafen. Dann irgendwann in der Nacht (es war vermutlich 23:30 Uhr) hielt der Zug für eine dreiviertel Stunde in Nürnberg für einen Zwischenstop und einige Leute stiegen aus. Die jungen Männer wurden wach, gingen aus dem Zugabteil und dann aus dem Zug für eine Pause auf den Bahnsteig des Nürnberger Bahnhofs. Auch ich wurde wach und verließ - obwohl mir vor Müdigkeit das Gehen schwerfiel - den Zug. Während die jungen Männer auf dem Bahnsteig miteinander redeten, ging ich dort zum Getränke- und Süssigkeitenautonaten, warf einige Münzen ein und ergattete zwei Limonaden-Flaschen. Dann trank ich etwas Limonade, setzte mich in die Nähe der jungen Männer und kam mit ihnen ins Gespräch. Sie waren aber im Gespräch ganz nett, sie erklärten mir wo überall die Bahn hielt, erzählten mir etwas über Österreich und es war für mich interessant. Interessant deshalb, weil ich lange nicht in Österreich war. Das letzte Mal als 17- jähriger zum ersten Mal mit meinen Eltern für einen Kurztrip. Dann irgendwann war die Pause vorbei und wir stiegen wieder ein. In meinem Zugabteil zeichnete und schrieb ich auch etwas, während die drei jungen Männer und der 50jährige Mann einschließen. Mir fiel auch gleich eine Geschichte ein. Nachdem ich etwas geschrieben hatte, schlief ich auch ein. Dann irgendwann erreichten wir früh am Morgen (es war vermutlich 5 Uhr oder 5:30 Uhr) Regensburg. Die jungen Leute wachten auf, packten schnell ihre Sachen zusammen. Auch ich wachte auf. Danach verabschiedeten sie sich von mir und sie stiegen aus. Dann sass nur noch der ca. 50-Jährige Mann mit mir im Abteil. Ich hatte ein Gefühl der Spannung in mir. Was erwartete mich in Österreich? Ich hatte wenig Geld und musste mir unbedingt ein billiges Hotel suchen. Ansonsten könnte ich nur kurz in Österreich bleiben. Wenig später kam ich mit dem 50-jährigen Mann ins Gespräch. Er erzählte mir, dass er angeblich bei einer grossen übriggeblieben Plattenfirma in Hamburg arbeitete und er es bedauerte nicht junge Musik-Talente aufbauen zu können, da fast alle Plattenfirmen nur Gewinne wollten und deshalb nur bei den berühmten Stars das Geld abgriffen-junge Talente würden oft weder gesehen noch gefördert werden. Viele junge Bands auf dem Weg nach oben hätten bei ihren ersten Konzerten vor der Corona-Krise kaum etwas verdient und oft waren die Lebens- und Arbeitsbedingungen prekär. Und nun hatte sich alles in der Coronakrise verändert - besonders für Künstler und Musiker war die Lage in der Corona-Krise noch sehr schwerer geworden, denn Konzerthallen, Opernhäuser, Clubs,... - alles war geschlossen und es herrschte Auftrittsberbot. Nirgendwo gab es Konzerte und Grossveranstaltungen. Der 50-jährige war darüber sehr verärgert. Auch ich. Aber ich war auch froh, dass ich nicht alleine von Musik leben musste, denn ich hatte ja meinen Beruf als Illustrator und Maler und machte auch Filme, schrieb Drehbücher und Geschichten. Ich machte immer noch gerne Musik, aber aufgrund der Coronapandemie und des Auftrittsverbots machte ich seit dem Lockdown in März 2020 nur im Homeoffice für mich Musik und ich hatte auch mein "Ultra Creative Project" aufleben lassen (genannt "The Ultra Creative Corona Project" ). Ich erzählte was ich so machte und welche Bands und welche Musik ich mag. Das sagte ich dem 50-jährigen. Wir redeten über viele Bands. Er mochte auch Queen, Phil Collins, Nirvana, Pink Floyd und The Doors. Ich auch. Er war auch immer schon ein Fan der Gruppe The Eagles gewesen, war aber auf ein Livekonzert gewesen und schwer enttäuscht gewesen. Auch redeten wir über Falco, dessen Grab sich auf dem Wiener Friedhof befand. Dann redeten wir über Corona und was wir alles in der Coronazeit erlebt hatten, dass sich vieles verändert hatte und die Welt nicht mehr so war wie früher - auch im kulturellen Sektor. Er hielt den ganzen Riesenwirbel um Corona in den Medien für hysterisch und übertrieben. "Ich glaube, dass die nächsten Generationen zum Teil über uns lachen werden", sagte er. Er erzählte, dass er eine Fernbeziehung mit einer Frau aus Österreich führte, die einer Hütte in den Bergen lebte und wenn sie sich trafen war das ihr "Liebesnest". Es sei so besser, verpflichtungs-und stressfreier - wenn jeder seine eigene Wohnung hätte und man könnte sich so besser auf die Schokoladenseiten der Beziehung konzentrieren, wenn der Alltagsstress wegfallen würde, denn er hatte eine Trennung hinter sich und hatte genug davon. Er konnte es nicht erwarten, sie zu sehen. Wir erzählten von unseren Erfahrungen. Ich konnte ihn ein bisschen verstehen - ich hatte 1995 bis 2006 auch 11 Jahre zuerst eine Fernbedienung, später eine feste Beziehung mit einer Polin gehabt, die sehr intensiv und erfüllend war. Ich erzählte von ihr ohne ihre Identität preiszugeben. Ich und meine Exfreundin konnten damals es oft auch kaum abwarten, schafften es oft nicht einmal ins Schlafzimmer und legten auf dem Flur oder Badezimmerfussboden los, wenn wir uns eine Zeit lang nicht gesehen hatten, weil ich in Hamburg war, sie in Polen. Und einmal heimlich im Park im Herbst. Und einmal - als wir uns nachts unter sternenbegangenen Himmel am Strand von Timmendorfer Strand liebten, wurden wir von einigen Leuten mit der Taschenlampe weggejagt. Auch was er mir erzählte war sehr interessant. Wir waren in bester Stimmung. Aber es schien so, als wollten wir uns ein wenig von der getrübten Coronastimmung befreien und als ob wir ein wenig den vergangenen Tagen nachtrauerten, als alles vor Corona anders, aus unserer Sicht besser war. Dann hatte er es plötzlich eilig, stieg eine Station vor Wien aus, sagte nur kurz "tschüss. Schönen Aufenthalt" und war plötzlich einfach weg. Er konnte nicht warten, weil er seine Freundin coronabedingt nicht oft sehen konnte und jetzt sehen wollte. Beziehungen waren in der Corona-Krise oft schwierig geworden - wenn das keine fest unter einem Dach zusammenlebende Paare waren.
Dann hielt mein Zug in Wien. Ich stieg aus und musste erst einmal kurz die Maske abnehmen und frische Luft im Bahnhof atmen - denn mit Maske war es oft stickig - besonders im Zug-und mir fiel das atmen schwer. Hinter den Ohren tat es mir weh, denn das Stoffband an den Ohren scheuerte beim Tragen der Maske oft hinter den Ohren an der Haut. Die Haut war schon wundgescheuert und manchmal befürchtete ich schon durch das Tragen der Maske Segelohren zu bekommen. Dann setzte ich die Maske wieder auf und ging aus dem Bahnhof raus. Es war kurz nach 7 h morgens am 5.8.2020 und es waren fast keine Menschen vor dem Bahnhof. Der Himmel war bewölkt und tauchte die Häuser in ein düsteres grau. So trostlos hatte ich mir Wien mit den teilweisen modernen anmutenden Häusern nicht vorgestellt. Ich stellte mir im Geiste manchmal im Stillen immer noch vor, als sei Wien wie in den Film "Amadeus" von Milos Forman aus dem Jahr 1984 - obwohl es nach rationaler Überlegung natürlich nicht der Realität entsprach. Aber es war befremdend den Wiener Hauptbahnhof so leer und trostlos zu sehen, dass ich fast schon ein wenig bedrückt war. Aber so war nun mal die Corona-Realität, die mich auch in Wien einholte. Ich versuchte mich nicht von negativen Stimmungen runterreissen lassen. Und so versuchte ich das Beste daraus zu machen und ich wusste, dass es in Wien viele Orte gab, die nach meinem Geschmack schöner waren um diese Uhrzeit. Ich sah in der Ferne ein Touristen - Bus, der Wiener Stadtrundfahrten machte. Ich lief dorthin, ging auf den Busfahrer zu. "Was kostet eine Stadtrundfahrt?", fragt ich. "Das kostet 30 Euro. Die blaue Linie. Wenn Du mehr sehen willst, nimmst Du die Karte auch für die rote Linie." "Wann geht es los? ", fragte ich. "Jetzt gleich. Sie können jetzt ein Ticket kaufen und einsteigen. Es geht gleich los", sagte er. Dann kaufte ich ein Ticket, das 3 Tage gültig war und stieg in den Bus ein. Ich ging auf das Sonnendeck des Busses. Ich sah mich im Bus um. Der Bus war fast leer. Nur ungefähr 2 Personen saßen noch unten. Dann fuhr der Touristen-Bus los. Es regnete. Aber ich klagte nicht. Ich nahm meine Kopfhörer und hörte abwechselnd Falco-, Strauss- und Mozart-Musik. Und lauschte per Kopfhörer den Erklärungen des elektronischen Reiseführers. Ich machte Fotos, war froh die Seheswürdigkeiten zu sehen zum Beispiel Stephansdom, die Karlskirche, Albertina - Palais, Schlösser der Stadt wie Schönbrunn, Belvedere, Hofburg, diverse Museen, die Oper,.... und war froh die ganzen Sorgen in Hamburg hinter mir zu lassen. Ich machte Fotos, als der Bus an den Sehenswürdigkeiten vorbeifuhr. Die Strassen waren zwar ziemlich leer und düster. Doch die Sehenswürdigkeiten waren sehr interessant und so lohnte sich für mich die Fahrt. Der Reisebuss hielt (vermutlich) an der Haltestelle Staatsoper in der Nähe der Oper und ich stieg aus. Ich wollte auch die rote Linie (entlang der Wiener Ringstraße... ) fahren und so ging ich auf zum Fahrer des roten Touristen-Busses, löste ein zusätzliches Ticket für die rote Buslinie inklusive Schifffahrt für 20 Euro, so dass ich für alles 50 Euro bezahlte. Dann stieg ich in den roten Bus und die Fahrt ging weiter. Auch hier sah ich viel. Ich fotografierte viel. Dann stieg ich an der Strasse Parkring in der Nähe der Weihburggasse am Stadtpark aus. Ich ging zeitweise durch die halbleeren Strassen und ging dann in den Stadtpark. Der schöne Park mit seinen Denkmälern fiel mir ins Auge. Besonders das Josef Strauss - Denkmal erregte meine Aufmerksamkeit. Aber nicht nur das. Auch die Coronaeinschränkungen fielen mir ins Auge. Ich ging etwas um Park spazieren und machte Fotos. Und einige Videos. Ich hoffte einige Filmaufnahmen für meinen Film "It was Happened on 25. July" (der von Ridley Scott's Filmprojekt "Life in a Day 2" inspiriert wurde) in Hamburg einzubauen - zumal der Anfang des Films mir nicht so gefiel. Und so beschloss das Drehbuch etwas zu ändern und den Anfang des Films nach Östereich zu verlegen. Ich würde im Film Urlaub machen und mit meiner Freundin Schluss machen, Briefe schreiben und dann nach Hamburg reisen. Und dann würden mysteriöse Dinge geschehen zum Beispiel anonyme Anrufe, ich werde verfolgt, Freunde verschwinden.... So stellte ich mir mein Film vor. Ich machte noch ein Foto von dem Josef Strauss-Denkmal. Und dann hielt ich vor dem Josef - Strauss- Gesicht eine Maske und machte ein Spass - Foto. Und so schoss ich verschiedene kreative Fotos. Auch Zeichnungen entstanden. Dann ging ich zur Brücke. Und dann verliess ich den Stadtpark, ging ich durch die Strassen (zum Beispiel Am Heumarkt) und fand einige Zeit später ein griechisches Restaurant. Ich betrat das Restaurant, besorgte mir eine Speisekarte und setzte mich ans Fenster. Der Wirt kam und ich bestellte mir klassischen Giros mit Fleisch-Spiessen. Das Essen war zwar nicht sehr viel, schmeckte aber gut und auch das Österreichische Bier schmeckte gut. Ich war allerdings durch die 12-stündige Bahnfahrt mit wenig Schlaf so erschöpft, dass ich am Tisch fast einschlief. Dann wachte ich auf und konnte mit der Erlaubnis des netten Wirts noch mein Handy an einer Steckdose an der Bar aufladen. Dann zahlte ich nach einiger Zeit und verließ das Restaurant. Dann spazierte ich noch eine Weile - obwohl ich noch ziemlich müde war - durch die Strassen und durch den Stadtpark. Dann suchte ich im Handy nach den Seiten mit den Art-Job- und Ausstellungsangeboten (die in dieser Coronazeit meist nur online gab) im Internet. Ich setzte mich auf eine Bank am Rande eines Reihe und Reihe mit Bäumen bepflanzten langen Weges in der Nähe des Stadtpark und suchte im Handy in den Seiten mit den Art-Job- und Online-Ausstellungsangeboten nach Adressen und Kontakten. Dann suchte ich einige Telefonnummern aus dem Internet heraus. Ein finster blickender Mann beobachtet mich und besonders meinen Rucksack. Vermutlich ein Krimineller, der mir den Rucksack klauen wollte. Und so ging ich schnell weg. Ich wollte bloß nicht in seine Nähe kommen und mich auf Diskussionen einlassen. Ich erreichte die Telefonzelle und rief einige Telefonnumnern an. Ich erreichte nicht viel, denn auch Kunstveranstalter und Galeristen machten in dieser Urlaubszeit Urlaub, viele Büros sind unterbesetzt. Viele Leute waren nicht da. Aber ich hatte trotzdem etwas Glück. Ein Mann am Telefon riet mir meine Bilder und Fotos unter anderem zum Thema Corona einzureichen und er gab mir eine Adresse, verwies mich an eine Kuratorin. Ich beschloss dann meine Bilder von Hamburg aus einzureichen per Mail - zumindest wollte ich das versuchen und dann wollte ich mal sehen, was sich so ergab. Dann beschloss ich zum Wiener Hauptbahnhof zu fahren. Ich wartete an der Bushaltestelle, als ich zufällig ein Ehepaar aus Hamburg traf. Wir unterhielten uns über die Corona-Krise. "Normaler Weise ist Wien in dieser Saisonzeit um diese Uhrzeit voller Menschen, aber wegen Corona ist das ziemlich leer. Hier ist das Leben längst nicht normal", erzählte der Mann. Er wusste wovon er redete, denn er war früher vor der Corona-Krise in dieser Jahreszeit schon in Österreich gewesen. Dann kam der Touristen-Bus der blauen Linie, wir stiegen ein, wir verabschiedeten uns und der mit wenig Menschen besetzte Bus fuhr dann zum Wiener Hauptbahnhof. Dann ging ich im Hauptbahnhof zum Reisebüro zum Ticketschalter, achtete auf Abstand und Maske und holte mir ein günstiges Ticket für 147 Euro. Das Ticket galt für sämtliche Länder in der EU und ich konnte damit bis zu 4 weite Reisen in Österreich machen innerhalb eines Monats. Ich bekam auch Adressen von günstigen Hotels - und so buchte ich für drei Nächte ein Hotel für 100 Euro in der Triester Strasse. Das war ein günstiger Preis. Auch informierte ich mich über verschiedene Reisen zum Beispiel Reisen in die Berge. Zum Beispiel Innsbruck, Salzburg, zu dem Kurort Semmering, wo es viele Berge gab,.... und vieles mehr. Und so entschied ich mich spontan - weil ich mich in diesem Zeitpunkt einigermaßen fit fühlte - noch an diesem Abend in die Berge Semmering zu fahren. Zuvor holte ich mir am Wiener Hauptbahnhof Pommes, Salat und ein Hähnchen vom Wiener Wald (auch hier wurde streng auf Abstand und Maske geachtet - zumindest an der Theke und beim Bezahlen - an den Tischen weniger) und dann sass ich später - selbstverständlich mit Maske in dem Zug in Richtung Semmering, da im Bus und Bahn Maskenpflicht bestand. Während der Fahrt nach Semmering ass ich mein Essen, liess kurz meine Fahrkarte von einem Kontrolleur prüfen und schrieb an einer Geschichte - an einem Krimi in der Zeit der Corona-Krise. Diese Geschichte mit dem Arbeitstitel "Mysteriöser Tod in Semmering" handelte von einem Ehepaar - Ralf und Julie, dass sich im Lockdown in der Corona - Krise langweilt und ein anderes Ehepaar Marc und Marie kennenlernt zwecks Partnertausch. Erst geht die Viererbeziehung gut und sie treffen sich vorbei an den Hygieneregeln heimlich. Sie organisieren auch eine heimliche Party ohne Abstand und Maske. Dann wird Marc in der Coronakrise arbeitslos und es kommt zu Spannungen zwischen Marc und Marie. Diese Spannungen übertragen sich auch auf Ralf und Julie. Marc fühlt sich minderwertig, von Marie nicht mehr geliebt, die sich mehr für Ralph interessiert und in ihn den idealen Partner sieht - was wiederum Julie eifersüchtig macht. Und Marc interessiert sich auch für Julie - doch Julie erwiderte nur am Anfang seine Gefühle - später nicht mehr. Und so endet das Beziehungsgeflecht in einem Desaster. Und es kommt schließlich zu Streitigkeiten. Diese Streitigkeiten eskalieren immer mehr in Berlin und Österreich. Auch soll diese Geschichte zum Teil in den Bergen Semmering spielen. Als sich die zwei Ehepaare in den Bergen Semmering in einem Gasthaus mit Übernachtung treffen, kommt es wieder zu einem heftigen Streit. Dann verschwindet plötzlich Marie in den Bergen. Dann kurz darauf Marc. Und dann auch Julie. Ralph versucht das Verschwinden der drei Personen aufzuklären. Er befragt den Wirt, der sich in Widersprüche verwickelt und mehr zu wissen scheint. Hat er etwas mit dem Verschwinden der drei Personen zu tun? Oder ist Marc ein Psychopath, der Marie und Julie in den Bergen umgebracht hat und nun Jagd auf Ralph macht.....? Am Schluss wird auch Ralph in den Bergen vermisst gemeldet. Die Geschichte war eine Mischung aus Psychothriller und Drama in der Corona-Zeit, war noch nicht ganz fertig. Doch wollte ich die Geschichte in den Bergen von Semmering weiterschreiben. Diese Gegend würde mich sicherlich inspirieren.

Dann irgendwann erreichte die Bahn die letzte Station Semmering (Niederösterreich, Steiermark.) Ich nahm meinen Rucksack und verließ den Zug. Der Bahnsteig war ziemlich menschenleer. Ich ging in die Halle und prüfte die Abfahrtszeiten Richtung Wien. Der letzte Zug ging 22:47 Uhr. Ich ging zu einem Getränkeautomaten und holte mir zwei Flaschen Limonade. Ein Paar sass auf der Bank. Der Mann war kein Östrerreicher und blickte mich finster an. Ich ging an dem Pärchen vorbei Richtung WC. Doch das war zur Zeit nicht bertretbar, da dort gerade eine Reinigungskraft arbeitete. Also ging ich zum Wasserlassen nach draussen in die Büsche. Es war niemand zu sehen. Und vor mir ging der Berg ziemlich steil aufwärts. Und schon verfolgte mich der Mann. "Hast du Geld?", fragte er mich. "Nein. Leider nichts. Ich bin selbst knapp bei Kasse", sagte ich. "Kannst du 100 Euro wechseln? ", fragte er. "Nein. Auch nicht. Ich hab nichts", sagte ich und ging. Er blickte mir wütend hinterher. Dann ging er wieder in die Halle. Ich blickte auf den Weg rechts, der in Zickzackkurs steil nach oben zur Bergspitze - auf dem sich zwischen Tannen einige Häuser befanden-führte. Dieser Weg behagte mir irgendwie nicht. Er war mir zu steil, es würde anstrengend sein diesen Weg nach oben zu besteigen, da ich kein Bergsteiger war, es nicht gewohnt war Berge zu besteigen und ich keine passende Bergsteiger-Schuhe hatte. (wenn die wirklich in diesen Bereichen nötig wären). Ich war dafür auch etwas zu müde. Ausserdem war der Weg mir etwas zu unübersichtlich und ich wusste auch nicht wohin er genau führte. Auch war der Weg nicht konkret genug ausgeschildert oder es lag an mir, dass ich die Schilder nicht fand. Und so wählte ich einen anderen Weg, der etwas links den Berg nach oben führte. Wenig später erreichte ich eine Strasse an dem nur wenig Häuser waren. An einer Stelle ging es links am Straßenrand - wenn man von der Strasse abkam - steil bergab. Ich hatte eine schönen Ausblick auf das Tal, die Berge, ich sah die Bahnstation, die von dieser Höhe wie eine Playmobilstation wirkte. Ich wünsche, ich könnte diesen herrlichen Ausblick mit meiner Familie teilen. Ich wollte ihnen alles zeigen - das ging momentan finanziell nicht. Während ich in Hamburg arbeiten musste, war wenigstens meine Familie im Februar 2020 ein Monat in der Domenikanischen Republik, obwohl dort die Beerdigung von Opa Luis am Anfang des Urlaubs hart war (da Opa zuvor gestorben war und meine Familie deshalb in die Dom Erep reisen mussten.) Trotzdem war es schade meine Familie nicht dabei zu haben. Und so machte ich wenigstens einige Fotos von den Landschaften. Ich rief meine Tochter Denise an und erzählte ihr von meinen Erlebnissen. Da war ich gerade in dieser Zeit auf der Bahnhofs-Strasse. "Papa, wann kommst du wieder," fragte sie mich. Ich antwortete, dass ich in einigen Tagen wieder nach Hamburg kommen würde. Ich richtete ihr Grüsse für Julian und ihre Mutter aus. Und verabschiedete mich, wünschte ihr, Julian und ihrer Mutter gute Nacht. Dann ging ich weiter. Allmählich brach die Dämmerung herein. Ich ging die Strasse weiter, die schlangenförmig nach oben führte.( Ich kann nicht genau sagen, wo ich war). Kurze Zeit später kam ich an eine Weggabelung, die umfangreich ausgeschildert war. Ein Schild zeigte ein Messer- und Gabelsymbol und einen Pfeil, der - wenn man vor dem Berg stand und auf den Berg blickte- den Weg an einer Strasse nach rechts oben anzeigte. Ich geriet an einem kleinen Rastplatz mit einem Tisch und einigen Sitzbänken mit einer schöne Aussicht nach unten auf das Tal und auf die Berge. Ich blickte einige Zeit auf das Tal, machte einige Fotos und Selfievideos, die ich in meinem Film einbauen wollte. Dann ging ich weiter die Strasse weiter, die - wenn man direkt auf den Berg guckte - zickzackförmig nach rechts oben führte. Dann erreichte ich eine kleine Weggabelung mit einem ersten kleinen Weg, der steil talabwärts führte und einen anderen Weg, der links nach oben führte. Dort blieb ich stehen und machte ich einige Fotos. Ich erblickte beim Rastplatz einen Wagen, der dort hielt, mit den Scheinwerfern blinkte und mich verfolgen schien. Er suchte scheinbar nach dem richtigen Weg. Denn mir war so, als ob der Fahrer auf eine Karte guckte, sie nach oben hielt- aber das konnte ich aus der Entfernung nicht ganz genau sehen. Ich konnte mich natürlich täuschen. Also ging ich links den Weg weiter nach oben nachdem ich erneut ein Schild mit Messer und Gabel gesehen hatte, dessen Pfeil nach links oben zeigte. Dann ging ich diese Strassenkurve weiter links nach oben, die mir wie eine Ewigkeit vorkam und es kam mir so vor, als würde ich an der Strasse einmal um den Berg herumgehen. Links an der Strasse ging es bedrohlich steil nach unten. Auch sah ich links von mir in der Ferne einen anderen Berg mit einem Hotel, dass sich unterhalb der Bergspitze befand. Ein eigenartiges Hotel, fand ich. Dann sah ich am Ende der Strasse - (vermutlich war ich auf der Passstrasse) , die weiter nach oben führte, Häuser in der tiefsten Dämmerung. Ich ging die Strasse weiter und erreichte ein Wirtshaus. Ich ging in das Wirtshaus. An einem Tisch saßen mehrere mürrisch blickende Männer, die vom Leben gezeichnet und verarbeitet aussahen. Ich bestellte ein Bier. "Tut mir leid. Wir haben geschlossen. Die Männer trinken nur ihr Bier aus und gehen dann," sagte der Wirt. "Auch nicht zum mitnehmen?," fragte ich. "Nein. Ich hab den Zapfhahn schon ausgemacht", sagt er. Ich verabschiedete mich und ging Richtung Ausgang. Dann kam ein anderer, freundlicher Mann von der Seite auf mich zu, führte mich nach draußen und zeigte auf ein anderes Restaurant auf der anderen Strassen- Seite oberhalb des Berges. "Hier kannst was trinken. Da drüben. Schönes Bier, ganz frisch gezapft", sagte er. "Danke", sagte ich. Doch ich hatte die Lust verloren etwas zu trinken. Ich wollte noch etwas spazieren gehen und wollte zur höchstens Spitze des Berges gehen - zum Semmering Pass. Das war angeblich keine grosse Entfernung. Wenn ich schon in Österreich war, wollte ich etwas sehen. Und so fragte ich nach dem Semmering - Pass. Der Mann zeigte geradeaus. "Du musst den Weg geradeaus gehen. Dann läuft du auf den Semmering-Pass zu. Das ist nicht weit", sagte der Mann. Dann bedankte ich mich, verabschiedete mich und marschierte los. Ich marschierte an einigen wenigen Häusern dieses kleinen Ortes vorbei -nicht weit weg vom Carolus-Denkmal, vom Tourismusbüro, vom Hotel Zauberberg,..., überquerte den Zebrastreifen und irgendwann war ich auf einer Strasse, die zum Teil - je länger ich ging - immer mehr in die bewaldete Gegend führte: Die Bundesstraße. Da es immer dunkler wurde und die Strassen und Strassennamen nicht genau zu erkennen waren, konnte man sich schnell verlaufen... Zuerst kamen einige wenige Spaziergänger entgegen - darunter zwei junge Frauen, die vermutlich durch die Dunkelheit etwas verängstigt an mir vorbei gingen, dann über die Straße auf die andere Strassenseite gingen und dort zwischen den wenigen Häusern auf einer Berganhöhe verschwanden. Inzwischen war es ziemlich dunkel geworden. Ich blickte mich um. Links war eine kleine Wiese, teilweise Wald und dahinter ging es steil bergab. Ich konnte trotz der Dunkelheit auf die anderen Berge in der Ferne blicken, die ich noch ganz schwach erkennen konnte. Rechts war ein kleiner Berg mit Wiesen und Wäldern. Geradeaus führte die Bundesstrasse durch eine bewaldete Gegend. Einige wenige Autos fuhren mit grellen Scheinwerfern an mir vorbei. Ein Auto sah in der Ferne wie ein Polizeiauto aus, das mich aufmerksamer machte. "Was könnte da passiert sein? ", fragte ich mich. Ich war mir wegen der Dunkelheit noch nicht einmal sicher, ob das ein Polizeiauto war. Denn inzwischen war es vollständig dunkel geworden. Dann kam mir ein Mann - an dessen Aussehen ich mich heute nicht erinnern kann - entgegen und ich fragte, wo der Semmering-Pass war. Er zeigte geradeaus. "Immer weiter geradeaus. Ganz bis zum Schluss", sagte er und ging weiter. Dann ging ich weiter und weiter. Doch ich erreichte einfach nicht den Pass. Unterwegs kamen mir einige Ideen für meine Geschichte "Tod im Semmering." Ich hielt es für besser, wenn Ralph hier in der Gegend verschwinden würde. Dann brach ich die Gedanken an meine Geschichte ab. Ich war irgendwann völlig von der Dunkelheit verschluckt. Da kam ich zum Entschluss, dasses besser wäre umzukehren und zum Bahnhof zurückzukehren, um den letzten Zug nach Wien zu nehmen. Es blieb wahrscheinlich auch nicht genug Zeit übrig. Ich blickte auf mein Handy: Nur etwas über eine Stunde Zeit hatte ich noch. Und so ging ich schnell die Strecke zurück. Dann erreichte ich ein Gasthaus, das noch offen war. Ich ging in das Gasthaus und bestellte bei dem Wirt und Besitzer des Gasthauses ein Bier. Dann fragte ich nach den Zimmerpreise. "50 Euro pro Nacht pro Person kostet ein Zimmer", erklärte er mir. Das klang gut und ich wollte in Zukunft bei meiner eventuellen nächsten Reise nach Österreich darauf zurückkommen. Denn in der Corona-Krise wusste keiner was kam. Es könnte für mich gut ausgehen und ich könnte - falls ich es mir leisten könnte- hier irgendwann ein paar Tage Urlaub machen. Oder ich würde pleite sein. Schlimm wäre es, wenn ich an Corona erkranken würde und tot sein würde. Aber das Schlimmste musste ich ja nicht annehmen. Ausschließen konnte an eine Coronainfizierung nicht obwohl die Infektionszahlen insgesamt in Deutschland und in Österreich in dieser Zeit viel niedriger waren als zum Beispiel Mitte März und April 2020. Ein allmählicher Anstieg war in letzter Zeit aber zu beobachten auch besonders durch die Reiserückkehrer (die nicht beruflich unterwegs waren) aus Risikogebieten (wozu Österreich in damals im August 2020 nicht gehörte) und wegen vieler Leute, die sich nicht an Maskenpflicht und Abstand hielten (was man auf der Demonstration in Berlin am 1.8.2020 sehen konnte.) Schlimm wäre auch, wenn ich durch die Coronakrise pleite wäre, raus aus der Gesellschaft wäre und irgendwie in einer stillen Ecke verarmt hinvegetieren würde. Ich mochte mir das nicht ausmalen und deshalb suchte ich auch unbedingt Arbeit und Aufträge (die ich trotz meiner Rückenprobleme machen konnte). Dann verliess ich mich wieder auf meinen Glauben und ich wurde innerlich ruhiger. Der Wirt und ich plauderten noch ein bisschen miteinander. Eigentlich sprachen wir nur einige Sätze miteinander. Dann trank ich aus und ich ging. Ich hatte nicht viel Zeit. Ich ging die Strasse Richtung Bahnhof, die vom Berg runter führte. Das war diesselbe Strecke, die ich einige Stunden vorher den Berg raufging. Ich lief im Dunkeln die Strasse entlang. Es war dunkel und unheimlich. Ab und zu fuhr ein Auto mit grellen Scheinwerfern vorbei. Dann erreichte ich die Weggabelung mit dem Weg, der zum Rastplatz führte und den schmalen Weg, der - wenn man direkt auf den Berg blickte- links seitlich und steil den Berg runter in Richtung Bahnhof führte. Ich wählte den schmalen Weg Richtung Bahnhof. Es war so dunkel, dass ich fast nichts mehr sah, als ich den Weg runterging. Ich hatte Angst, dass ich im Dunkeln überfallen werden konnte und bedauerte das Risiko, dass ich einging. Aber ich musste diesen Weg nehmen, um rechtzeitig den Zug noch zu erreichen. Ich wollte noch den letzten Zug nach Wien bekommen und die Nacht nicht in Semmering verbringen.
Ich musste mich im Dunkel orientieren und aufpassen, dass ich nicht auf dem Weg nach unten irgendwie verunglückte. Denn es gab immer wieder Bergunfälle, Leute, die vom Weg abgekommen waren und die Klippe runtergefallen waren. Ich achtete möglichst darauf in der Mitte des Weges zu bleiben und zum Glück gab es einige Laternen, die den Weg ein bisschen ausläuchteten. Auch achtete ich auf jedes kleine Geräusch. Wer würde mich hören, wenn ich überfallen werden würde in der Zeit der Coronakrise, in der viele Leute pleite, arbeitslos waren und kein Geld hatten? Ich mußte deshalb so leise wie möglich sein. Dann sah ich vor mir die ersten kleinen Häuser und bemerkte, dass ich auf der anderen Seite des Berges mit dem zickzackförmigen Weg nach unten gelangt war. Den Weg nach unten, den ich anfangs vermeiden wollte. Nach einem Zögern versuchte ich - nachdem ich mir eine grobe Übersicht der Umgebung verschafft hatte (soweit es mir möglich war im Dunkeln) - nach unten zu gelangen. Der Weg nach unten kam mir bei der Begehung unendlich lang und beschwerlich vor. Manche Teile des Weges waren komplett im Dunkeln und ich konnte wenig sehen, weil Laternen an manchen Stellen fehlten. Aber ich gab mir Mühe, versuchte optimistisch zu sein und ging immer weiter - auch wenn es teilweise steiler nach unten ging, ich manchmal etwas mit den Füssen abbremsen und ich körperlich das Gleichgewicht halten musste. Wie glücklich war ich, als mein Weg nach unten entgegen meiner früheren Vermutung schliesslich keine Kletterei oder was dem nahe kam wurde. Ich machte mir immer wieder Mut und ging immer weiter die dunklen Wege nach unten, die immer dunkler und unübersichtlicher wurden. Ich hörte auch Grillen zirpen und einen kleinen Wasserfall. Dann erreichte ich endlich ein Gasthaus und einige anderen Häuser. Mir Taten schon etwas die Füße weh vom Laufen und Gehen. Nur noch ungefähr 50 Meter müsste ich durch die dunklen Wege marschieren und ich hätte es geschafft und wäre am Bahnhof! Ich machte kurze Pause. Dann ging ich weiter und erreichte ein Seniorenheim und wenig später dann den Bahnhof Semmering. Ich war froh und erleichtert. Endlich geschafft! Doch die Ereichterung hielt nicht lange an. Vor mir fuhr der Zug an mir am Bahnsteig vorbei ohne zu halten und mich mitzunehmen. Und es war fast 22:47 Uhr! "Was für eine Fechheit", dachte ich. Dann sah ich einen verlassenen Waggon auf den hinteren Bahngleisen. Ein Fahrer sass vorne und kurbelte das Fenster runter. "Er kommt nok en neuer, gel", sagte der ältere Mann zu mir. "Wie bitte? Ich versteh Sie nicht", schrie ich. "Es kommt nok en noier Zukk. Bötte Worten! ", rief er. Ich verstand ihn mit seinem Dialekt schlecht. "Ich versteh Sie ganz schlecht. Sie meinen, dass ein neuer Zug kommt?," rief ich. "Ja", rief er. Dann hörte ich ein Rauschen. Ein neuer Zug kam. "Endlich", dachte ich. Doch auch dieser Zug raste an mir vorbei. Dann rief der Mann wieder. "Es kommt nok en noier Zukk. Oin bissn warten", rief der Mann. Ich wurde ungeduldig. "Da kommt noch ein Zug? Sind Sie sicher? Ich will die Nacht nicht am Bahnhof verbringen", schrie ich. "Do kommt noll en Zug", schrie er. Jetzt konnte ich ihn besser verstehen. Dann hörte ich ein erneutes Rauschen in der Ferne. Da kam tatsächlich ein neuer Zug. Und es war tatsächich der letzte Zug nach Wien, der vor mir auf den Bahnsteig hielt. Der ältere Mann hatte Recht. Ich war erleichtert und stieg ein. Dann fuhr der Zug los in Richtig Wien. Irgendwann um 0:30 Uhr kam ich am Hauptbahnhof Wien an. Dann ging ich vor dem Hauptbahnhof zu einem Taxifahrer am Taxistand und fragte nach den Weg zu meinem Hotel in der Triester Strasse 69. Ich erfuhr, dass der Weg nicht so weit war. Ungefähr eine halbe Stunde Fussweg nur. Und da ich mir das Geld für das Taxi sparen wollte, liess ich mir kurz dem Weg erklären und ging zu Fuss. Und wie ich mich verirrte! Es kam mir so vor als lief ich damals durch die ganze Stadt Wien. Und wie leer die Stadt war wegen der Coronapandemie. Das war direkt unheimlich und erinnerte mich teilweise an eine Horrorfilm-Kulisse. Da merkte ich schnell, dass das Leben hier nicht normal war. Ich ging davon aus, dass das Leben vor der Coronakrise vermutlich anders und viel lebendiger war und auf den Strassen um diese Uhrzeit viel mehr los war. Und die meisten Leute, die hier wohnten, konnten meine Vermutungen sicherlich bestätigen. Ich erreichte dann irgendwann einen Pizzaservice, der noch offen hatte. Ich bestellte eine Kinder - Pizza für 3 Euro, da ich Geld sparen wollte und zuviel Essen wollte ich um diese Uhrzeit nicht. Ich kam mit dem ca. 45-jährigen türkischen Besitzer, der einen Oberlippenbart trug, ins Gespräch. Wir redeten über die Corona-Pandemie. "Ganz schlimm alles. Alles war zu, nichts ging. Und ich ging fast pleite. Meine Mutter musste mir helfen, mir Geld geben, damit der Laden nicht zumachen musste. Ich hatte durch die Coronakrise fast nichts verdient. Weisst du wie ich mich geschämt hatte, dass meine Mutter mir Geld geben musste?, " erzählte er. Ich konnte ihn verstehen. Ich erzählte von meine Situation. Dass ich alle Illustrations- und Mal-Aufträge in Hamburg verloren hatte, meine Filme nicht zu Ende drehen konnte, ich finanziell und nervlich am Limit war und mein Aufenthalt in Österreich eine Ausnahme war der nur mit Hilfe meines Vaters möglich war. Ausserdem suchte ich Aufträge, Arbeit, Ausstellungsmöglichkeiten und Inspirationen für meine Kunst - und Urlaub war es nur am Rande. Denn ich brauchte nach langer Zeit auch Erholung, denn in Hamburg hatte ich viele Probleme und viel Stress... und wenn das so weiterging, würde ich irgendwann zusammenbrechen. Der Mann konnte mich verstehen. Er erzählte mir wie es in Österreich im Lockdown war. "Die erste Zeit als alles geschlossen war, war wie Flitterwochen. Das ging ein Monat so. Doch dann gab es mit meiner Frau Streit. Ich sollte Fragen beantworten, die ich nicht beantworten konnte. Das konnten höchstens die Ärzte und Virologen beantworten. Aber nicht ich.... Corona-das ist hauptsächlich Stress für Männer", sagte er. Wir tranken noch etwas zusammen. Er zeigte mir den Weg zur Triester Strasse. Unter der Brücke durch, dann rechts, dann immer geradeaus. Dann zahlte ich, wir wünschten uns noch alles Gute und dann ging ich. Der Weg war doch länger als erwartet. Ich ging an mehreren überwiegend einfachen Wohnblöcken und Bordellen und Striplokalen vorbei, die sich auf der Triester Strasse befanden und wegen der Pandemie geschlossen hatten - trotzdem hielt ich illegale Prostitution für wahrscheinlich. Dann erreichte ich mein Hotel "Paradise City Apartment Hotel" in der Triester Strasse 69. Ich ging in das Hotel zur Rezeption. Ich entschuldigte mich, dass ich so spät kam und erklärte die Gründe. Dann bezahlte ich die drei reservierten Nächte, ich bekam Bettzeug, Schlüssel für Zimmer 501 und ich fuhr mit dem Fahrstuhl auf die 5. Etage. Ich schloss schnell meine Zimmertür auf. Das Zimmer war schlicht und einfach, es hatte aber Bett und Dusche und dazu eine gute Aussicht aus dem Fenster auf die Triester Strasse. Ich stellte meine Sachen ab (Rucksack, Tüte,...) , duschte und ging sofort ins Bett und schlief ein. Am nächsten Morgen am 6.8.2020 stand ich auf, dusche, machte mich fertig. Ich suchte zeitweise einige Jobs oder Online-Ausstellung per Internet in meinem Handy. Dann erschien ich wenig später frisch geduscht mit Rucksack an der Rezeption. Es gab - wie es für den günstigen Preis nicht zu erwarten war - kein Frühstück. Aber es gab eine kleine Küche mit einer Kaffeemaschine, einen Teekocher, es gab eine Mikrowelle, einen Kühlschrank, es gab Besteck und Geschirr, Tassen in einem Schrank. Man konnte alles benutzen, auch verschiedene Teesorten und Kaffeepulver. Man musste das Geschirr nach der Benutzung mit Spühlmittel hinterher alles abwaschen. Dann gab es einige Tische und Stühle. An einem Tisch sass eine arabische oder türkische leicht farbige, hübsche Frau. Wir kamen ins Gespräch. Ich stellte mich kurz vor, sie stellte sich kurz vor. Ich hatte ihren Namen vergessen. Ich vermute, dass sie Jana hieß. Dann machte ich meinen Kaffee. Leider kam ich mit der Kaffemachine schlecht zurecht und es dauerte bis ich sie in Gang bekam. Auch war ich übermüdet - so übermüdet, daß der Kaffee mir runterfiel. Das war mir peinlich und ich entschuldigte mich bei der Rezeption. Der Mann an der Rezeption half mir beim Saubermachen. Dann kam ich mit der jungen Frau erneut ins Gespräch. Ich wollte mich nicht aufdrängen und setzte mich nicht direkt an ihren Tisch, sondern einen Tisch weiter, wobei ich den Stuhl nahm, der am meisten in ihrer Nähe war. Ein Flirt sollte es von meiner Seite nicht werden, denn ich hatte erstens Familie in Hamburg und zweitens wollte ich mich nicht mit Corona infizieren und so blieb alles mit Abstand und Masken. Denn ich kannte sie nicht. (Wenn sich zwei Personen in der Zeit des Coronavirus schon gut kennen, zusammen sind, verheiratet sind, alles save ist...dann ist das in dieser Situation was anderes.) Ich unterhielt mich mit der Frau weiter. Jeder erzählte etwas von sich. Sie erzählte, dass sie in Österreich wohnte, aber obdachlos sei. Dass sie mit ihrem Freund in irgendwelchen Abrisshäusern wohnte. Und das es manchmal schwer war, die Abrisshäuser zu betreten. Einmal musste sie bei einem Abrisshaus über einen Baum in ein Dachfenster klettern und von dort aus ins Haus. Das waren teilweise gruselige Details. "Einmal kletterten wir -ich und mein Freund- den Baum rauf, kletterten über das Dach in das Dachfenster hinein. Als mein Freund oben im Raum drin war, krachte er im morschen Boden ein und er fiel von der oberen Etage auf die untere Etage. Dort lagen spitze Gegenstände wie Messer, Glas rum - das ist das Kranke daran. Aber dort wo er landete, war zum Glück nichts. Er hatte Glück, dass er das überlebte, " sagte sie." Das ist ja heftig. Du solltest nicht in Abrisshäusern übernachten. Da gibt es doch bestimmt Hilfen vom Staat. Da muss es was geben. Eine Lösung muss her. Einige Hilfen gibt es in Deutschland. In Österreich mag es ja andere Hilfen geben," sagte ich." Ich weiss nicht. Ich lebe momentan hier im Hotel, weil ich nicht weiss, wie es weitergeht, " sagte sie und trank ihren Kaffee. Sie erzählte dann von ihren Freund, von ihrer Beziehung, was sie zusammen alles erlebt hatten in der Zeit der Obdachlosigkeit - was sie einerseits zusammengeschweisst hatte, andererseits gab es auch Probleme. Sie erzählte mir viele Einzelheiten von ihrer Beziehung und ein bisschen lag Unsicherheit in ihrem Verhalten. Vermutlich wusste sie einfach nicht, wie es mit ihrer Beziehung und mit ihrem Leben weiterging. Ich konnte sie verstehen. Und nun war sie im Hotel, hatte für einige Nächte bezahlt. Wie sie das Geld auftreiben konnte, war mir ein Rätsel. Da es in dieser Strasse einige Bordelle gab, hielt ich es für nicht unwahrscheinlich, dass sie heimlich als Prostituierte arbeitete und sich das Geld für diese Hotelnächte verdient hatte. Ich wusste das nicht genau und ein bisschen war die Frau, die vermutlich Jana hieß, mir ein Rätsel. Aber sie war sehr sympathisch. Sie gab mir auch ihre Zimmernummer. Ich könnte sie diesen Abend besuchen oder wir könnten uns am nächsten Tag beim Frühstück sehen. Sie zeigte mir im Handy sogar einige Sehenswürdigkeiten in Wien. Sie erzählte mir zum Beispiel von der Donauinsel in Wien. Dort konnte man baden, Spazierengehen, Picknicken und das Wetter an diesem Tag war sehr heiss und sonnig. Sie schrieb mir den genauen Weg und die U-Bahnstation auf. Und doch sagte ich keinem Treffen mir ihr zu, da ich vergeben war. Und sie hatte einen Freund, von dem sie oft sprach und ich hatte Angst vor Corona und in ein paar Tagen würde ich wieder abreisen. Es passte vieles nicht. Und so verabschiedete ich mich von ihr. "Wir sehen uns morgen früh wahrscheinlich hier beim Kaffeetrinken", sagte ich obwohl ich kaum mit einem Wiedersehen rechnete. Dann wünschte ich ihr alles Gute, sie mir auch und ich ging. Und schon fiel mir eine neue Geschichte ein. Über zwei Brüder Walter und Marcus und ihre Frauen, die eine obdachlose Frau im Hotel treffen. Der eine Bruder Marcus hat Ärger mit seiner Frau im Hotelzimer, verlässt dann das Hotelzimmer und trifft dann die Obdachlose, in dieser er sich verliebt. Er wird von ihr in eine verlassenes Haus geführt, nachdem sie ihn um Hilfe vor zwei kriminellen Männern bittet. Kurz darauf wird er umgebracht. Sein Bruder Walther, seine Frau und Marcus Frau wollen den Fall lösen ud geraten in Lebensgefahr.... Die Story mag zuerst einfach klingen, wird aber noch spannender vielschichtiger, komplexer mit überraschenden Wendungen... Ich notierte meine Ideen an der Rezeption in ein kleines Büchlein, das ich im Rucksack hatte und verließ das Hotel. Dann ging ging ich an den geschlossenen Bordellen vorbei. Beim Vorbeigehen sah ich im Bordell Fenster, wie zwei Prosituierte sich darüber unterhielten, wie es in der Coronakrise weiterging. Vermutlich machten sie illegale Prositution. Normalerweise müsste ein Mann oder Frau bei Verstand Prositution in Zeiten der Pandemie meiden, um sich vor Infizierung zu schützen und auf Maske und Abstand bestehen. Aber viele hielten den Lockdown nicht mehr aus - besonders Prostituierte, die weiterarbeiten und Geld verdienen wollten. Aber auch besonders Personen, die solo waren oder auch einige liierte oder verheiratete Personen, die mehrere fremde Partner bevorzugten, schafften es nicht sich zu beherrschen - gerade wenn aus Corona bedingten Frust Alkohol ins Spiel kam (viele wollten Nähe und da Nähe durch die Coronakrise nicht möglich war, wurden viele depressiv, aggressiv, unruhig, drehten ab, einige demonstrierten aus diesem Grund und nicht aus anderen Gründen, ... ). Um das zu vermeiden riet die New Yorker Gesundheitsbehörde zur Masturbation. Aber das ersetzte keine Nähe. Und da Menschen nun mal mehr oder weniger sexuelle Wesen sind, bahnt sich die Natur oft genug ihren Weg, leider oft vorbei an den Hygienegesetzen. Obwohl sich die meisten Menschen an Abstand und Maske hielten, gab es doch viele, die mit den Corona Einschränkungen überhaupt nicht klarkamen. Denn vor Corona gab es eigentlich ein grosses Freizeitangebot : Theater, Kino, Oper, Museen, Sportveranstaltungen, Schwimmbad, Fußballverein, Sportverein, Konzerte, Volksfeste, Clubs, tolle Restaurants, Hotels, Schwimmbäder,... und die meisten Leute hatten ihren Spass, oft einen Ausgleich zum Job. Und dann kam auf einmal die Corona-Krise und der Lockdown. Und auf einmal ging nichts mehr. Keine Veranstaltungen mehr wie zum Beispiel Volksfeste, keine Konzerte mehr, keine Events mehr, keine Ausstellungen mehr, keine Versammlungen mehr, keine Fussballspiele mehr, keine Partys, keine Blowjobs oder Liebelei mit fremden Personen, kein Fitnessstudio, keine Museumsbesuche,... Die Geschäfte hatten zu, die Bars, die Schwimmbäder, die Hotels, die Kirchen, die Schulen, die Spielplätze, die Kaufhäuser, die Opern, die Theater, die Kinos, die Bordelle, die Reisebüros,...Zwar wurde vieles gelockert zum Beispiel die Geschäfte in Deutschland ab dem 20.4.2020 und Österreich Mitte bis Ende April, die Restaurants, Bars Mitte Mai (obwohl jeder 2. Sitz freigehalten werden musste und man sich registrieren musste).... Natürlich nur mit Maske und Abstand. Aber trotzdem war vieles längst nicht normal. Viele hatten immer noch zu kämpfen, waren arbeitslos, pleite oder hoch verschuldet.
Ich machte trotzdem das Beste daraus. Ich war künstlerisch kreativ, produktiv, auch wenn mir das Geld oft fehlte. Aber mit Gottes Hilfe schaffte ich das irgendwie. Ich versuchte auch das beste aus der Situation zu machen und auch mein Vater half mir oft. Ich versuchte an einer positiven Grundhaltung zu arbeiten, ich hatte in der Coronakrise vor Österreich einiges geändert. Ich bin härter geworden, entschlossener, packte die Dinge mehr an, lernte schnelle Entscheidungen zu treffen, bin sparsamer geworden, bescheidener. Ich sagte mir, das der Glaube am wichtigsten ist. Dann die Gesundheit für die ganze Familie. Ich ging eine ganze Zeit durch die Strassen Wiens. Ich war von der Triester Strasse in irgendeine Strasse nach rechts abgebogen. Dort ging ich an einfachen Häuserblöcken vorbei. Irgendwann ging ich an einer Kirche vorbei, die wegen der Pandemie geschlossen hatte, aber unter Einschränkungen seit 15.5.20 wieder geöffnet hatte. Ich machte ein paar Fotos und erreichte dann die Laxenburger Strasse. Dann wartete ich dort auf die Strassenbahn und setzte mir eine Maske auf. Es war sehr heiss, die Sonne brannte und ich schwitzte und war froh, dass die Straßenbahn endlich kam und die Straßenbahn fuhr los. Ich wollte eine Station erreichen, die mich schnell zum Wiener Hauptbahnhof führte. In der Straßenbahn trugen die Leute Masken, draußen zum Teil auch. So richtig voll war Wien bei diesen Wetter nicht. Dann blickte ich nach einiger Zeit durch das Strassenbahnfenster nach draußen und erkannte eine Friedhofsmauer. Meine Vermutung: Ich hatte mich verfahren! Eine Frau bestätigte meine Vermutung, dass ich mich verfahren hatte. So stieg ich verärgert aus der Straßenbahn aus. Ich war am Tor 1 am Rande des Friedhofs angelangt und ich wollte gerade zu der gegenüberliegenden Strassenbahnseite gehen und die nächste Strassebahn zurücknehmen, die mich in Richtung Wiener Hauptbahnhof geführt hätte. Da dachte ich an den Musiker Falco. Lag sein Grab auf diesem Friedhof bei Tor 1? Ich sah einen Mann und fragte, ob er wüsste, wo Falcos Grab lag und fragte ihn nach dem Weg zu seinem Grab. Er zeigte mit dem Finger auf die Straße in Strassenbahnrichtung zu Tor 2 weiter runter. "Falco liegt in der Nähe Tor 2. Nehmen Sie die Strassenbahn, fahren Sie eine Station weiter zum Tor 2 und steigen Sie dort aus. Gehen Sie durch das Tor. Er liegt Personengruppe 40, links", sagte der Mann. "Danke. Schönen Tag," wünschte ich ihm noch und ging. Dann nahm ich die nächste Strassenbahn und fuhr zum Tor 2. Dort stieg ich aus und ging durch das weiße mit Ornamenten geschmückte Tor 2 hinein in den Frriedhof. Dort sah ich die mit Ornamenten verzierten Gräber und Grabmähler in ihrer Pracht, die Blumen schmückten die Gräber und die grell scheinenden Sonne mit ihren Lichtspiegelungen durch die Bäume gab all diesen Landschafts- und Friedhofs - Bildern einen fröhlich-romantischen Anstrich. Ich ging diesen Weg voller Lichtspiegelungen weiter als ich die Ehrengräber und die Friedhofs-Kirche erreichte. Die Sonne schien unbarmherzig heiss auf mein Gesicht und ich schwitzte sehr. Ich machte einige Fotos und dann bog ich links ab zur Personengruppe 40. Zu Glück traf ich ein Paar, das mir den Weg zu Falcos Grab zeigte. Ich war euphorisch, hatte die Titel "Amadeus" und" Jeanny" im Kopf, der oft in Dauerschleife in meinen Ohren zu laufen schien. Wir mussten einige Wege nach links beschreiten, ich kam auch an einer Kutsche vorbei und fragte bei em Kutscher nach dem Preis einer Fahrt. Doch die Fahrt für mich so wahnsinnig teuer, dass ich eine Kutschfahrt - die mich eigentlich reitzte - ablehnen musste. Wir gingen an dem Naturfriedhof vorbei, dann an den Gräbern vieler prominenter Schriftsteller, Regisseuren, Schauspieler, Musiker und Künstler vorbei. Dann gingen wir über eine Wiese und dann standen wir plötzlich vor Falcos Grab - der bürgerlich Johann "Hans" Hölzel hiess. Neben seinem Grab war das von seiner Mutter Edith. Eine Glaswand trennte die Gräber von Mutter und Sohn. Auf Falcos Grab lagen Fotos, Zeichnungen von Falco, einige Briefe, einige Blumen. Ich war etwas enttäuscht - ich hatte mir für einen so berühmten Musiker wie Falco eine pompösere Grabstätte vorgestellt. Doch was mich überraschte, wieviel Menschen täglich zu Falcos Grab gingen - trotz der Corona-Krise. Sie schienen wahrscheinlich nur wegen Falco zu kommen. Oder wegen Johannes Brahms, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven oder Franz Schubert. Und an anderen Gräbern sah ich kaum Besucher oder gar keine Besucher. (Denn W.A. Mozart, J. Brahms, L. v. Beethoven, F. Schubert und Falco waren die bekanntesten Musiker auf dem Wiener Zentralfriedhof.) Ich machte einige Fotos und zeichnete das Grab auf Video auf. Dann machte ich mir meine Gedanken. "Mit 40 war er gestorben. Das ist viel zu früh", dachte ich und war froh nicht Rock- oder Popmusiker mit einem solchen wilden Lebensstil wie Falco geworden zu sein. Ich machte auch Musik, fuhr aber einen ruhigeren Kurs, machte das aber wegen den Coronaeinschränkungen nur nebenbei. Dann lieber kein berühmter Popstar zu sein, sich frei bewegen und dafür am Leben zu sein (was in der Coronazeit auch nicht mehr gewiss war) . Denn das Leben war - auch noch innerhalb der Coronapandemie - zu kostbar - zumal ich auch Familie habe. Ich kannte Auszüge aus Falcos Lebensgeschichte. Nach Erfolgen von Amadeus und Jeanny,...kam ein Karriereknick, er war nicht mehr so gefragt wie früher zeitweise bzw. konnte an seine grossen Erfolge nicht mehr anknüpfen , das Geld wurde weniger, er hatte eine Trennung hinter sich, das Mädchen, die er für seine Tochter hielt, war nicht seiner Tochter nach einem DNA-Test und er war frustriert. Danach hatte er sich (angeblich) liebevoll um sie gekümmert, was menschlich in Ordnung war und sehr für Falco sprach. Am Ende lebte er frustriert in der Domenikanischen Republik. Er hatte Drogen genommen und viel Alkohol getrunken. Er lernte - als er von Alkohol und Drogen seit zwei Jahren weg gewesen war - kurz vor seinem Tod dann eine neue Frau namens Selina in der Domenikanischen Republik kennen, doch der Vater der jungen Frau (der Bürgermeister des Ortes Cabarete war) wollte Falco (wegen seines vergangenen Lebensstils) für seine Tochter nicht und später wollte vermutlich auch nicht mehr die junge Frau (ob es so stimmte ist fraglich - aber so hatte ich es gelesen). Das lies ihn wohl verzweifeln. Anstatt sich davon abzugrenzen und einen gesünderen Weg einzuschlagen, nahm er Koks und Drogen und raste dann vollgekokst in der Domenikanischen Republik (Puerto Plata) in einen Kleinbus (vielleicht sollte man auch nicht zuviel hineininterpretieren und es war einfach ein Unfall verursacht durch Drogen und Unachtsamkeit beim Autofahren,.... Das weiss keiner so genau). Er hatte ein dutzend Knochenbrüche, vieles war zerquetscht, sein Körper war durch und durch deformiert - auch sein Kopf. Vermutlich mussen sie ihn zusammenflicken, bevor sie ihn mit einem Flugzeug dann wieder nach Wien fliegen und bestatten konnten. "Es war tragisch, aber irgedwie hatte er auch selbst Schuld zum Teil, denn gegen Alkohol- und Drogensucht gibt es eine Therapie, er hätte sich andere, bessere Kontakte suchen können, einen gesünderen Weg einschlagen können, sagte der Hamburger Musiktourmanager Rolf ("Roste") zu mir, der auch für Grössen wie Queen, Metallica, Ulriah Heep, Rod Steward, Grace Jones, Roger Moore arbeitete und mit dem ich heute noch befreundet bin. Aber er vermutlich verlor Falco den Halt. Die Bibel hätte meiner Meinung sicher geholfen und hätte Trost gespendet (mir hatte das bei meinen Problemen in der Coronakrise geholfen). Kein Aussenstehender kann und konnte beurteilen was wirklich geschah. Es gab bei einer Trennung keinen Grund zu verzeifeln, es gab genug Frauen auf der Insel für einen Neuanfang - sehr wahrscheinlich auch mit Kind und Falco war war ja noch mit 40 Jahren noch jung und gutaussehend. Aber wer weiss als Aussenstehender die Hintergründe? Ich telefonierte noch mit zwei Freunden. Dann ging ich noch in den Waldfriedhof. Dort wurden Menschen umweltschonend ohne Sarg beerdigt. Da war alles anders und die Gräber hatten keine Grabstein. Da war bei den Gräber entweder nichts oder ein paar selbstgesammelte Steine und Blumen. Sonst nichts. Manchmal wurden die Steine auch kunstvoll zu einem Kreis nebeneinandergelegt. Nur eine Tafel vor dem Waldfriedhof verriet die Namen der Bestatteten und wo sie lagen. Dann ging ich an den oft pompösen Gräbern vorbei in Richtung Ausgang. Ich schoss noch einige Fotos mit dem Handy. Dann veliess ich gänzlich den Friedhof. Noch immer schien die Sonne. Ich erreichte die Straßenbahn und fuhr dieses Mal zu einer Station, die mich zum Wiener Hauptbahnhof führte. Dann fragte ich bei der Reiseinfo nach der genauen Bahnverbindung und fuhr mit der Bahn zur Donauinsel. Wenig später sass ich am Ufer der Donauinsel an der Reichsbrücke. Ich zeichnete, schrieb, trank Limonade. Meine Beine tauchte ich am Flussufer in der Nähe der Brücke ins kalte Wasser. Das war angenehm, aber meiner Meinung nach zu kalt zum Baden. Inzwischen war es dunkel, aber immer noch warm und angenehm. Und so blieb ich noch. Einige andere Leute feierten in einer Gruppe in einiger Entfernung. Sorglos ohne Maske und Abstand. Ich machte noch einige Fotos und einige Videos. Dann ging ich auf die andere Seite der Donainsel mit all den Buden und Restaurants, die am Wasser gelegen waren mit Blick auf die teils New - York- ähnlichen Häuser auf anderen Seite des Flusses. Die Leute feierten - jedoch auch ohne Abstand und Maske. Ich machte bei dem Minihafen voller Boote und den kleinen Tanzlokalen und Buden am Wasser einige Fotos und ich filmte auch teilweise. Das war Material für meinen Film. Kurz darauf ging in ein mit bunten Glühbirnen ausgeleuchtetes kleines Tanzlokal am Wasser, trank einen Cocktail und sah wie viele Paare eng umschlungen tanzten. Auch Paare, die sich gerade kennengelernt hatten. Ich war der einzige, der eine Maske trug und wurde dafür schief angeguckt. Ich dachte zeitweise sogar, dass der Wirt mir keinen Coctail bringen würde, weil ich eine Maske trug. Aber er tat es dann doch, denn schliesslich wollte er Geld verdienen. Dann verliess ich das Tanzlokal. Ich ging die mit bunten Glühbirnen ausgeleuchtete Promenade entlang bis zur Reichsbrücke, wo es dunkel war. Ich musste einige düstere, dunkle Treppenaufgänge hochgehen, bis ich den Bahneingang erreichte, der nach oben bis zur Brücke zu den Bahngleisen führte. Dann merkte ich, dass ich die letzte Bahn verpasst hatte. Ich ging daher zu Fuss über die Brücke bis ans Ufer, ging in Richtung Innenstadt. Zu Glück sah ich auf der Strasse ein Taxi, das mich mitnahm und so fuhr ich zu meinem Hotel Paradise City Apartment Hotel. Dort angekommen packte ich in meinem Zimmer meine Tasche für Salzburg und ging ins Bett.
Am nächsten Tag am 7.8.2020 nahm ich früh morgens ein Taxi direkt vor dem Hotel Paradise City Apartment Hotel in der Triester Strasse zum Wiener Hauptbahnhof. Während der Fahrt unterhielt ich mich mit dem Taxifahrer über die Coronakrise. Er erzählte, dass alles im Lockdown geschlossen war, viele Pleiten, Arbeitslose, Kurzarbeiter (Österreichweit ungefähr 470.000 Kurzarbeiter) ... gab und dass es eine schwere Zeit bis zu diesem Zeitpunkt war und er sich grosse Zukunftssorgen machte... Ich konnte ihn verstehen, denn in Hamburg war es auch schwierig. Das Leben hatte sich seit Corona sehr zum Nachteil verändert! Denn auch mein Österreich - Aufenthalt konnte ich nicht als normal bezeichnen - denn mit so wenig Geld und das noch von dem Geld meines Vaters und auch so kurz reiste ich noch nie so weit weg von meiner Heimat. Doch obwohl es in Wien wie ich sah und hörte leerer war als sonst, versuchte ich aus meinem Aufenthalt das Beste zu machen, ich fand den Aufenthalt neben meiner Suche nach Ausstellungen oder anderen Aufträgen auch gut und erholsam, obwohl die langen Reisen mit der Bahn teilweise sehr strapaziös waren und ich oft wenig Schlaf hatte. Ich war dankbar, dass ich trotz meiner coronabedingten schwierigen finanziellen und beruflichen Situation überhaupt nach Österreich reisen konnte und auch kreativ sein konnte (zeichnen, schreiben und fotografieren), mich etwas erholen konnte und Inspirationen sammeln konnte (und per Telefon einige Kontakte in der Österreichischen Kunstszene knüpfen und vermutlich was in Zukunft verkaufen oder eine Ausstellungsmöglichkeit ergattern konnte... ) Das war nur mit Gottes Hilfe, mit Sparsamkeit, Glück und mit Hilfe meines Vaters möglich. Wenig später sass ich mit Maske in der Bahn nach Salzburg. Ich hatte Getränke gekauft, ich schrieb Tagebuch, fotografierte und filmte aus dem Fenster: Die Berge, die Felder, die Häuser - all das könnten schöne Vorlagen für Gemälde sein. Die Fahrt dauerte lange, doch wusste ich die lange Fahrtzeit von 6 Stunden zu nutzen. Dann schlief ich ein. Dann errreichte ich schliesslich Salzburg. Ich stieg aus. Als ich in Salzburg war, musste ich mich erst einmal am Bahnhof orientieren. Ich besorgte mir im Reisebüro einen Plan mit den Sehenwürdigkeiten. Dann gng ich aus dem Bahnhof raus zu den Bushaltestellen. Es war heiss und ich schwitze. Dann nahm ich eine Linie mit der Strassenbahn (ich weiss nicht mehr welche es war), die mich ins Innere Salzburg an der Salzach führte. Ich stieg aus und blickte auf die entzückende Stadt, auf die Berge in der Ferne, auf das Kapuzinerkloster auf dem Kapuzinerberg und auf den Fluss Salzach. Und das liess mich all meine Sorgen in Hamburg vergessen. Ich lief die Strasse Rudolfskai entlang. Es waren nicht viele Menschen unterwegs. Zu anderen Zeiten war es sicher voller! Ich sah einige Kutschen, die durch die Strassen führten. Dann erreichte ich wenig später den Mozart-Platz. Dort hatte ich einen guten Blick auf die Festung Hohensalzburg, sah das Mozart-Denkmal, sah das Salzburg Museum. Die Sonne schien wieder grell und tauchte alles in ein fröhliche Stimmung. Auf dem Mozart-Platz wurde Open Piano for Refugees veranstaltet und deshalb war ein Piano aufgestellt, das frei bespielbar war und vor dem sich eine kleine Menschen - Schlange befand. Jeder konnte darauf vor einem Publikum auf dem Mozart-Platz spielen. Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, hätte ich mich anstellen können und - nur aus Spass und um den Publikum etwas zu geben - etwas spielen können zum Beispiel Abschiedswalzer op. 69 Nr. 1, in As- Dur von Frederic Chopin oder Mondscheinsonate (Klaviersonaten Nr. 14, op. 27, Nr. 2, Satz 1 in Cis-moll von Ludwig van Beethoven) oder einige Selbstkompositionen im Bereich Pop, Rock, Blues oder Acid...(was ich auswendig spielen konnte, den ich spiele dies oft auf meinem Flügel im Wohnzimmer in Hamburg). Aber ich wollte weiter. Denn ich hatte nicht so viel Zeit. Ich ging weiter zum Residenzplatz und entdeckte einen Souvenirladen. Ich ging in den Souvenirladen und kaufte für meine Familie einige Souvenirs u. a. einen Miniflügel mit einer Miniballettänzerin, die zu Mozart - Musik tanzte. Dann wollte in einem Cafe edlen Kuchen essen, überlegte es mir aber und bog - nachdem ich mich umgesehen hatte- rechts in eine Gasse ein, die zum Alten Markt führte und entdeckte ein Fotostudio mit einer Fotografin, die Leute im Stil des 19. Jahrhunderts fotografierte. Ich war begeistert. Sie hatte sogar im Sudio Kleidung wie aus dem 19. Jahrhundert für die Fotosessions. Meine Neugier wuchs. Dann wollte ich auch einige Fotos von mir im Stil des 19. Jahrhunderts haben. Dann liess ich mich von der Fotografin altmodisch im damaligen Stil einkleiden, setzte mir einen Zylinder auf und liess mich fotografieren. Als die Fotos fertig waren und ich sie sah, war ich begeistert. Ich sah aus wie eine Mischung aus einem reichen Grafen und Jack The Ripper - zumindest so wie man sich ihn vorstellte (denn er wurde ja nie gefasst und daher weiss keiner wie er aussah). Ich zog meine alten Sachen aus, bezahlte, nahm die Fotos und ging. Dann ging ich ein paar Strassen weiter und gelangte auf die Getreidegasse. Ich stiess auf das Geburtshaus von Mozart. Ich löste eine Eintrittskarfe und ging ins Haus. "Bitte Abstand halten", sagte eine Frau zu mir. Ich sah wenig später Mozarts Esszimmer, das ich nur durch eine Glastür sehen konnte. Fotografieren war verboten. Das wusste ich aber erst nachher nachdem ich heimlich das Verbotsschild übersehen hatte und einige Fotos gemacht hatte. Dann ging ich eine Etage höher und sah mir alles an. Dann ging ich noch eine Etage höher und dann war ich in dem Zimmer in dem Mozarts Eltern gewohnt hatten. Von dort konnte ich auch Mozarts Geburtszimmer ereichen. In den anderen Räumen der Wohnung gab es viel über Mozarts Eltern, seiner Schwester, Großeltern,.... zu lesen, denn und vieles wie Briefe, Fotos und diverse andere Erinnerungsstücke wurden in Glasvitrinen aufbewahrt. Ich las auch ein bisschen hier und da und erfuhr viel über Mozarts Familie, über Mozarts Leben, über seine Musik, die mir sehr viel bedeutete. Ich guckte mir die Bilder an, die an den Wänden hingen: Bilder von Mozart als er klein war, Bilder von seinen Eltern, von seiner Schwester Nannerl, Bildern von Mozarts Grossmutter. Dann gelangte ich durch verschiedene Räume und einen langen Gang in die anderen Zimmer auf der anderen Seite des gelben Hauses. Dort wurden Briefe und diverse andere Erinnerungsstücke und Gegenstände, die Mozarts Familie gehörte, ausgestellt. Ich erreichte auf einer unteren Etage kurz darauf ein Zimmer mit einem Klavichord, auf dem Mozart angeblich die Oper Don Giovanni komponierte. Dann ging ich zum Souvenirshop und kaufte Mozart-Weinbrandt, Mozart-Kugeln und so allerlei Kleinkram (Souvenirs). Dann verliess ich Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse, ging über die Strasse Rudolfskai, dann über die Staats- Brücke, die über den Fluss Salzach führte und erreichte nach einigen Strassen Mozarts Wohnhaus auf dem Makartplatz in der Nähe der Dreifaltigkeitskirche- das er mit seinem Vater Leopold bis zu seinem Alter von 22 bewohnte. Ich löste an der Kasse eine Karte und betrat die Räumlichkeiten. Ich sah ein Cembalo. In anderen Räumen wurden viele Fotos, persönliche Gegenstände, Tagebuchseiten, Fotos, Infos und Noten in Glasvitrinen ausgestellt. Mit den Kopfhöreren konnte man Mozart-Musik hören und dazu gab es einige Infos. In einem Zimmer konnte man an einigen psychdelisch ausssehenden Lampen sitzen und lesen. In eine anderen Raum wurde mit Hilfe eines Projektors ein Filmdokumentation über Mozarts Vater Leopold gezeigt, der damals auch bedeutend war. Ich fand, dass Mozarts Vater Leopold unterschätzt wurde. Er war ein begabter Komponist (er schuf eine beachtliche Zahl von Intrumentalmusik :48 Sinfonien, 6 Divertimenti, 5 Flötenkonzerte, ein Trompetenkonzert, 1 Posaunenkonzert, 3 Klaviersonaten, 12 Violinduos, ein Divertimenti für Flöte, Violine und Bass, er komponierte auch Gelegenheitskompositionen und kirchenmusikalische Werke... ) und Pädagoge, veröffentlichte "Versuch einer gründlichen Violinschule", war Mozarts Förderer, Erzieher, Manager und Reisebegleiter. Mich interessierten diese Einzelheiten besonders, da ich mich schon immer mit Musik beschäftigte... und mit Klassikmusik (W. A. Mozart, L. v. Beethoven, J. Haydn, die Vertreter der Wiener Klassik) und Barockmusik (J. S. Bach, G.F. Händel) fing es als Kind bei mir an. Dann Romantische Musik (R. Wagner, F. Schubert, F. Liszt, R. Schumann), Impressionistische Musik (C. Debussy) bis hin zu Arnold Schönberg (12-Tonmusik) später.
Mein Ding war und ist auch Pop-, Rock- und Bluesmusik. Mir gefielen Bands wie Queen, Doors, Nirvana, Beatles, Abba, Aerosmith, Pink Floyd, Joy Division, Coldplay, Metallica, Guns 'n Roses, The Verve, und auch Musiker wie Elton John, Roy Orbison, Prince, Phil Collins, Joe Crocker, Elvis, Nick Cave, Tina Turner Janis Joplin, Jimi Hendrix, Neil Young, Chris Rea, Rio Reiser, Grönemeyer, Udo Lindenberg, ... Ich mache auch heute noch Musik im Homeoffice, komponiere gerne und mache einfach mein Ding (ohne mich mit Grössen wie wie Falco, Queen, Doors, Mozart,... messen zu wollen). Ich spielte schon damals - bevor ich 1999 mich hauptsächlich auf die Kunst konzentrierte - in Bands wie "Flash" und "The Highways" , trat oft solo auf zum Beispiel 11. und 12.12.1992 in der Markthalle auf dem Festival "Rock gegen Drogen" auf. Dann war ich zeitweise in den 90er Jahren Mitingaber des Graceland - Studios zusammen mit J. J. (Jörn Sass) und dem bekannten Hörspielproduzent und Schauspieler Konrad Halver und lernte 1995 auch einen Musikmanager namens Roste kennen, der (wie ich das schon erwähnt hatte) für diverse Musikgrössen wie Metallica, Ulriah Heep, Queen, Bon Jovi,.... arbeitete. Aber schon damals war für mich klar, dass Kunst, Filmen, Texten und Drehbuchschreiben für mich an die erste Stelle kam. Meine CD "Rhapsody of Ecstasy" erschien 1998 bei Rockwerk Records. Ab 1999 nach dem Tod meiner Mutter konzentrierte ich mich eine ganze Zeit fast nur noch auf meine Kunst. 2002 gründete ich mit Ella Baran "The Ultra Creative Project", eine Mischung aus Band und Musik- und Kunst-Projekt, das stilmässig ein Mix aus Rock, Pop, Punk, Glam, Indie, Acid, Pop, Blues,... war und es gab auch diverse Konzerte bis zur Auflösung 2006. 2008 lernte ich meine neue Freundin Maria B. aus der Domenikanischen Republik kennen und machte mit ihr in den Jahren 2009 bis 2016 mehrere Reisen in die Domenikanischen Republik (Santiago), die meistens länger als 6 Wochen waren (insgesamt 7 Jahre). Auch in der Dom Rep hatte ich einige kleinere Auftritte. Danach hatte ich in Hamburg beruflich viel zu tun (Aufträge und Ausstellungen) und reiste kaum. Es sollte 2019 und davor eine Réunion von "The Ultra Creative Project" geben. Dazu kam es nie. In der Coronakrise 2020 konzentriere ich (nachdem ich ab März 2020 alle meine Illustrations- und Malerei - Aufträge verloren hatte) hauptsächlich auf Kunst, Film und Schreiben und liess das "Ultra Creative Project" wieder aufleben (daraus wurde "The Ultra Creative Corona Project"), das aber wegen des Auftrittsverbots nur im Homeoffice stattfand und immer noch stattfindet. Denn leider lag und liegt immer noch die Musik-, Kunst- und Veranstaltungsbranche wegen der Coronapandemie und den Coronamassnahmen am Boden (und ich war deshalb später am Brandenburger Tor am 9.8.2020 auf der Demonstration der benachteiligten Künstler und am 9.9.2020 auf der Demonstration der Veranstnaltungsbranche "Alarmstufe Rot.") Trotzdem bin ich positiv eingestellt und ich muss kein Popstar oder blutleerer oder puristisch ambitionierte Perfektionist sein, um lebendige Musik zu machen, die echtes Feeling ausdrückt und um Spass zu haben und Ähnliches gilt auch für meine Kunst, für meine Filmprojekte, u. a...und das lasse ich mir auch nicht von Corona versauen (und ich sagte mir damals:" Wenn durch die notwendigen Corona-Einschränkungen keine Auftritte möglich sind, werde ich das akzeptieren und im Homeoffice arbeiten, kreativ sein und das Beste daraus machen.... was bleibt mir denn anderes übrig?"). Durch mein musikalisches Intreresse und durch meine musikalische Neigung war es für mich klar, dass ich früher oder später nach Salzburg kommen musste, um Mozarts Geburtshaus in der Getreidegasse und Mozarts Wohnhaus am Makartplatz zu besichtigen. Ich blickte mich neugierig in Mozarts Wohnhaus um, lauschte der Musik und den Erklärungen durch den Kopfhörer und betrachtete die Briefe von Mozart und seiner Familie in den Glasvitrinen. Von allen Werken beeindruckte mich Mozarts unvollendetes Requiem - die Wucht und Gewalt seiner vielschichtigen, grandiosen Musik, die nun - im Vergleich zu seinen früheren im Köchelverzeichnis aufgeführten Werken -mehr Mollklänge bekam. "Damals brauchte man zwar Förderer, aber damals reichte es die Musik in Noten aufzuschreiben - was weniger Geld kostete- und wenn alles gutging, konnte die Musik in Wien oder... mit der richtigen Förderung (zum Beispiel durch Kaiser...) zur Aufführung gebracht werden - während heutzutage umfangreiche Studioprojekte stattfinden, die richtig Geld kosten und nicht immer leicht umzusetzen sind (man denke nur an die Produktionen von Michael Jackson oder Queen in den 70er, 80er Jahren oder von bekannten Popstars in späterer Zeit.) Damals hatte ich in Studios wie Graceland-Studios, Studio Schahen und Earth Studio in Hamburg gearbeitet und ich kann sagen, dass es mir leichter fiel Noten der einzelnen Spuren der Intrumente aufzuschreiben als im Studio jeden Track korrekt aufzunehmen, glattzupolieren, mit den richtigen Effekten zu versehen,...alles zusammen zu einem Ganzen Stück oder Song abzumischen. Das war nicht immer leicht. Leicht ist es auch heute nicht in der Coronakrise Musik zu machen trotz den technischen Möglichkeiten. Ob es schwerer war als früher, darüber kann man streiten.

Eine ältere Museumführerin gab mir im Mozarts Wohnhaus zusätzliche Infos. Es war sehr heiss, die Sonne ertrahlte alles in Helligkeit, ich schwitzte und der Schweiss rann mir vom Gesicht. Ich war erstaunt, was ich alles über Mozart und seine Familie erfuhr, ich hörte per Kopfhörer Ausschnitte von Mozarts Musik und war immer wieder fasziniert von der Vielschichtigkeit von Mozarts Musik. Dann verliess ich die Räumlichkeiten und ging unten ins Restaurant, das sich unterhalb des Hauses befand. Dort trank ich Zitronenlimonade und ass ein Stück von einer speziellen Mozarttorte, die etwas dem Geschmack von Mozartkugeln ähnelte. Ich telefonierte mit meiner Tochter Denise, die gerade Streit mit meinem Sohn Julian hatte. Es gab Streit im Plasikschwimmbad, das im Garten meines Reihenhauses aufgebaut war. Dann verliess ich das Cafe. Ich lies mir den Weg zum Mirabellenpark erkären. Und so ging ich in den Mirabellenpark, spazierte durch die idyllischen Parklandschaften und guckte mir von aussen das Schloss Mirabell an. Auch machte ich einige Fotos. Dann ging ich schnell in Richtung Bushaltestelle, nahm den Bus und fuhr zum Bahnhof Salzburg. Wenig später sass ich im Zug in Richtung Innsbruck. Es war eine lange Fahrt. Länger als erwartet und ich erkannte, dass ich mich was Zeit betraf verschätzt hatte. Ich kam mir vor wie ein Rastloser. Ein rastloser Künstler auf einer Dauerreise, die manchmal auch zu einer Odyssee werden konnte. Das ganze Leben war damals eine einzige Reise, ein Sammeln von Erfahrungen und Erkenntnissen, vieles war ein Lernprozess und viele Reisen gaben mir Inspitationen für meine Kunst,.... Und was ich malte und schrieb waren Aufzeichnungen eines Außenseiters. Zumindest aus meiner Sicht. Und der Glaube gab mir Halt. Abends kam ich in Innsbruck an. Ich stieg aus dem Zug aus. Im Bahnhof und ausserhalb des Bahnhofs waren relativ wenig Menschen. Zu wenig für eine Stadt wie Innsbruck in dieser Saisonzeit. Corona hatte auch diese Stadt im Griff. Dann erlebte ich einen Polizeieinsatz am Südtirolen Platz. Ich sah einen rebellierenden Mann, der von den Polizeibeamten abgeschleppt wurde und in den Polizeiwagen getragen wurde. Was genau passiert war, wusste ich jedoch nicht. Dann ging ich einfach die Strasse Südtiroler Platz nach rechts runter, kam wenig später an der Töpferei vorbei und kam auf die Museumsstrasse. Ich sah eine kleine Discothek (dessen Namen ich vergaß) in der Museumsstrasse, vor dem viele Betrunkene sassen und die Flaschen stapelten sich an der der Tür, an der Hausfassade und zum Teil auf den Fensterbänken der angedunkelten Discofenster. Vermutlich war das eher eine Kneipe mit Tanzfläche. Sie wirklte jedoch nicht unattraktiv und vor der Disco sassen einige hübsche, schwarze Frauen mit Schmollmündern, die in weiss gekleidet waren und - wenn sie lächelten und ihre weissen Zähne zeigten. Sie erinerten mich an meine 23-jährige schwarze Exfreundin Cindy (auch aus der Dom Rep), die ich über 1, 5 Jahre nach der Trennung von Ella kennengelernt hatte und mit der ich ein halbes Jahr zusammen war. Was hatte diese Frau für Feuer und es war unmöglich es mit Worten ausdrücken. (2008 lernte ich Maria B. aus der Domenikanischen Republik kennen, die auch Feuer und andere Stärken und Qualitäten hat. Erst war vieles offen, dann lösten wir uns von alten Geschichten und zwischen uns entstand eine feste Beziehung.) Doch ich liess mich in Österreich auf nichts ein. Ich wollte noch diese Nacht abreisen, weil ich zu wenig Geld hatte, ich hatte Familie in Hamburg und Corona war zu gefährlich (auch wenn viele Leute - gerade junge Leute - Corona verharmlosten). Und ich hatte mich im Leben auch verändert, lebte ruhiger und familienorientiert, las viel in dieser Zeit, auch die Bibel... Dann ging ich die Museumsstrasse entlang in Richtung der Berge. Der Weg war lang und beschwerlich, weil ich einfach zu müde war und als ich die Straße Burggraben in der Nähe der Touristeninfo erreichte, kehrte ich um. Dann lief ich zurück auf die Museumsstrasse und nahm die Strassen-Bahn (ich vermute Nummer 1) Richtung Bergisel und fuhr zum Stift Wilten, einem Kloster der Praemontratenser in der Klostergasse 7, das 1138 von dem Bischof Reginbert von Brixen gegründet wurde. Das besichtigte ich noch. Ich machte einige Fotos und ging etwas in der Nähe des Friedhofs spazieren. Dann wollte ich wieder zurück und nahm die Strassenbahn 1 Richtung Hauptbahnhof Innsbruck. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof Innsbruck entdeckte ich einen Marktplatz. Ich stieg Maria-Teresien-Strasse aus. Zuerst ass ich noch ein Eis an der Eisdiele. Dann ging ich zum Marktplatz in der Nähe der Markhalle. Ich war überrascht, dass viele Buden die gleiche Buden waren, die früher (vor der Coronazeit) am Hamburger Hafen oder Hamburger Dom standen (vermutlich die meisten Buden.) Denn die meisten kamen aus Hamburg. Es wurde an diesem Zeitpunkt der ganze Marktplatz auf Hamburg getrimmt und das an dem "Inn"-Fluss. Ich bestellte an einer Bude eine heiße Kartoffel mit Salat und Sourcreme. Ein junger Mann bereitete alles etwas linkisch zu, da sein Vater zu viel getrunken hatte und auf einer Bank schlief. Dann ass ich die Kartoffel mit Sourcreme. Der Markt schloss gerade. Ich trank noch ein Bier und verbrachte noch einige Zeit an der Inn. Innbruck gefiel mir gut, ich wäre gerne noch geblieben und würde am nächsten Tag gerne mit der Seilbahn den Berg hochfahren. Wenn das durch die Coronapandemie nicht möglich war, so wäre ich wenigstens an in der Nähe des Berges spazieren gegangen. Aber da mir das Geld immer mehr ausging, wollte ich unbedingt nach Wien abreisen. Und zwar noch diese Nacht. Ich ging daher zur Bushaltestelle in der Maria-Theresienstrasse und fuhr mit der Strassenbahn weiter in Richtung Innbruck Hauptbahnhof. Ich stieg an der Station in der Nähe des Clubs (dessen Name ich nicht mehr weiss) aus. Ich wollte - bevor ich wieder Richtung Wien fuhr - wenigstens noch ein Bier trinken. Und so setzte ich meine Maske auf, ging in den Club und bestellte ein Bier. Drinnen im Club war es stickig, heiss, viele Paare tanzten eng umschlungen und einige waren ziemlich betrunken. Maske trug niemand und auf Abstand wurde gar nicht geachtet. Vieles lief scheinbar nach dem Motte "Lasst uns essen und trinken, denn morgen sterben wir", oder es war Nachlässigkeit. Einige leugneten vermutlich auch die Gefährlichkeit von Corona oder vielen anderen war es einfach egal. Ich bemerkte, dass ich im Club der einzigste war, der eine Maske trug und wurde dafür schief angeguckt. Das war auch der Grund , warum ich den Club verliess. Ich trank mein Bier und kam etwas mit den hübschen, schwarzen Frauen ins Gespräch. Ich wollte aber mit ihnen nichts anfangen und redete nur. Mehr nicht. Andere ware besoffen und standen an der Hauswand , der voll war mit Flaschen. Schliesslich hatte ich genug, ging vom Club weg und ging zu Fuss in Richtung Hauptbahnhof Innsbruck. Ich konnte nicht mehr. Ich wollte zuzrück nach Wien, zurück zu meinem Hotel und schlafen. Und am nächsten Tag wollte ich nach Berlin fahren. Ich stieg um kurz nach 0 Uhr wieder in den Zug und fuhr in Richtung Wien. Das waren fast 6 Stunden Fahrt. Ich schlief nachts während der Fahrt im Zug. Dann um ca. 6 Uhr erreichte der Zug den Hauptbahnhof Wien. Ich stieg aus dem Zug und verliess den Hauptbahnhof Wien. Dann fuhr ich mit einem Taxi zu meinem Hotel in der Triester Strasse. Dort angekommen packte ich dort meine Sachen (Rucksack und zwei Tüten zum Beispiel mit Souvenirs... ), duschte, gab den Schlüssel ab und verlies das Hotel. Jana sah ich nicht mehr. Ich ging noch in der Stadt in der Nähe der Triester Strasse spazieren. Ich ass auch in einerm arabischen Restaurant. Dann führ ich Richtung Wien Hauptbahnhof. Ich erkundigte mich noch im Reisebüro bzw. an der Info (während ich auf Maske und Abstand achtete) nach einem Schwimmbad und nach meiner Abfahrtszeit von Wien nach Berlin, die ich noch gratis auf der Karte von 147 Euro hatte. Ich erfuhr, dass die Abfahrtszeit gegen ca. 20:40 Uhr war und erfuhr von dem Schwimmbad/Freibad Laaerbergbad an der Station "Altes Landgut". Ich ass noch etwas im Hauptbahnhof. Dann fuhr ich mit der Bahn zur Station "Altes Landgut. Dort spazierte ich zu dem am Burgerking gelegenen Freibad Laaerbergbad. Ich zahlte für die Eintrittskarte 3 Euro und wurde reingelassen. Ich war erstaunt über die weitläufige, riesige Schwimmanlage mit zwei grossen Freibädern. Hinten auf der Wiese war ein Spielplatz. Leute spielten Fussball, überall lagen Menschen auf der Wiese - auch am Rande der Schwimmbäder. Ich ass ein Eis und ging in der Anlage umher. Dann setzte ich mich am Rande eines Schwimmbäder, trank Limonade und schrieb in mein Tagebuch. Zuletzt schwamm ich noch im Schwimmbad. Dann verliess ich - als angekündigt wurde, dass das Freibad schliessen würde-das Schwimmbad und das Freibad- Gelände. Dann fuhr ich noch zur Donauinsel. Dort ging ich spazieren, machte noch einige Fotos, beobachtete den Sonnenuntergang und blickte auf einige Häuser am anderen Ende des Ufers, die mich an New-York-Häuser erinnerten. Auch beobachtete ich, dass viele Menschen auf der Donauinsel nicht auf Abstand achteten, keine Masken trugen und einige feierten sorglos an den Buden oder machten Picknick auf der Wiese mit vielen Personen. Viele kümmerten sich nicht um Hygienemassnahmen und lebten scheinbar auch hier nach dem Motto "lasst uns essen und trinken, morgen sterben wir" (wie es in der Bibel steht.) Als ob die Coronakrise vorbei wäre- was ein grosser Irrtum war. Zuletzt führte ich noch ein Telefonat mit einem Freund aus Hamburg und wir unterhielten uns über die Probleme in der Coronakrise. Auch hier gab es unterschiedliche Ansichten. Andere bekamen von mir (wie so oft) WhatsApp-Grüsse. Dann fuhr ich zum Wiener Hauptbahnhof und nahm die Bahn in Richtung Berlin. Ich war froh und dankbar für den schönen Urlaub - dankbarer als früher wo für mich vieles selbstverständlich war. Und ich war froh, dass ich einige Kontakte in der Kunstszene Österreich geknüpft hatte und künstlerische Inspirationen gesammelt hatte - sowohl für meine Bilder als auch für meine Geschichten. Und ich hatte tolle Filmaufnahmen im Kasten. (Einige Fotos und Zeichnungen wurden ab Herbst 2020 und 2021 auf der Ausstellung "Aufbruch ins Ungewisse - Österreich seit 1918" im Haus der Geschichte Österreich (hdgoe) am Wiener Heldenplatz gezeigt).

RÜCKKEHR AUS ÖSTERREICH UND AUFENTHALT IN BERLIN:

Am 9.8.2020 kam ich frühmorgens mit dem Zug aus Wien in Berlin an. Bei meiner Ankunft im Berliner Hauptbahnhof war mehr los und mehr geöffnet als noch bei meinem letzten Besuch im Frühjahr 2020. Das war jedoch nicht mehr so, wie ich Berlin aus der Zeit vor Corona in Erinnerung hatte. Ein ganz anderes Berlin. Ich machte wenig später eine Tour am Sonnendeck eines Touristenbusses. Der Bus und die Strassen waren leer. Die Hauptstadt sah unheimlich aus Teilweise erschien sie mir fast so wie eine Film - Kulisse für einem Science-Fiction- , modernen Jack-The-Ripper-oder Zombiefilm. Nur am Checkpoint Charlie war mehr los. Nachdem ich auf der Rundreise einige Fotos geschossen hatte, stieg ich am Brandenburger Tor aus, ass an einer Eisdiele ein Eis und sass wenig später an einem Imbiss-Kiosk (der mehrere Sitzplätze hatte) an der Strasse Unter den Linden in der Nähe des Brandenburger Tors. Dort schrieb ich an meinen Geschichten und zeichnete. Dann beobachtete ich die Stimmung. Es war unerträglich heiss und deshalb trank ich viel. Ich sprach mit mehreren Personen, die mir sagten, dass viele Gaststätte zu kämpfen hatten und einige schon pleite waren.Dannn sah ich einen Demontrationszug von Weissrussen gegen die Präsidentschaftswahl in Belarus.Wenig später zogen die Künstler zum Brandenburger Tor und versammelten sich zu einer Demonstration der benachteiligten Künstler, um auf ihre coronabedingt prekäre Lage aufmerksam zu machen. Denn die Künstler und Veranstalter waren durch die Coronapandemie und die Coronamassnahmen besonders hart getroffen. Es wurden auf der Demo von der Bühne aus viele Reden gehalten. Ich erfuhr, dass Künstler in der Coronakrise kaum Unterstützung bekamen. Die Minibeträge, die einige bekamen, reichten zum Leben nicht aus. Auch mussten viele Künstler im Jobcenter komplexe Antragsformulare ausfüllen. Die schwachen Hilfen waren nicht auf die Bedürfnisse und Situationen der einzelnen Künstler zugeschnitten. Viele erhielten überhaupt keine Unterstützung! Die meisten lebten von der Hand in den Mund, andere versuchten es in anderen Jobs, die kulturelle Versteppung schritt voran. "Da wo Kunst - ob Musik, Theater, Literatur, Oper, Kunst, Film, ...wegbbricht, hält bald Dummheit und Gewalt Einzug", sagte ein Redner. "Der Mensch kann nicht auf Dauer leben, wenn das Leben nur aus Essen, Trinken und aufs Klogehen besteht ", sagte ein Redner von der Bühne. Ich machte mir meine Gedanken. Wenn keine Arbeit da ist. keine Solidarität ist. Keine Gerechtigkeit. Keine Hoffnung. Wenn manche Menschen noch nicht mal Miete bezahlen können und nicht genügend zu Essen haben und durch die Coronkrise bald immer mehr Menschen davon betroffen sind - wohin führt das? Und es konnte nicht sein, dass Fluggesellschaften wie Lufthansa mit staatlichen Hilfsgeldern wie 9 Milliarden Euro unterstützt werden, Künstler und Veranstalter aber nicht.Die Künstler und Veranstalter wollten auch was haben und nicht nur das Schlusslicht der Gesellschaft sein mit einer Narrenkappe und Laternchen in der Hand ... Wo war da Gerechtigkeit? Ohne die Künstler würde die Welt grau und gewaltätig sein und daher sind Künstler (auch in meinen Augen) systemrelevant. Was wäre ein Berlin ohne die Künstler, ohne Theater, ohne Musik, ohne Film, ohne Literatur, ohne nix? Nichts. Schliesslich machten Veranstalter (und auch Künstler ) ein Jahresumsatz von 130 Milliarden! Leider gab es viele Künstler, die von der Arbeitsagentur schlecht behandelt wurden. "Es kann ja nicht sein, dass ich meine Geige verkaufen muss, damit ich vom Arbeitsamt Unterstützung bekomme", sagte jemand. Da hatte er recht. Ich würde auch nicht meine Geige verkaufen wollen, wenn ich Geiger wäre. Wovon sollte ich dann leben? Wer mit seinem Musikinstrument Geld verdient, kann sie unmöglich verkaufen. Wie soll er sonst seinen Lebensunterhalt verdienen? Und einen Künstler zu zwingen Hartz4 zu beantragen oder seinen Job zu wechseln ist unmenschlich - erst recht, wenn er für einen anderen Job unqualififiziert ist oder er aus anderen Gründen seine Arbeit (zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund fortgeschrittenes Alters) nicht wechseln kann und Musik seine Leidenschaft ist. Ich fand es nur traurig, wie viele Künstler ereniedrigt wurden und um ihre Existenz kämpfen mussten. Ich war bis zum Schluss auf der Demo. Später am Abend ging ich zum Berliner Hauptbahnhof und nahm die Bahn in Richtung Hamburg Hauptbahnhof.






Datum

August 2020

Räumlicher Geltungsbereich

Triester Strasse (1100 Wien), Hauptbahnhof Wien, Semmering, Salzburg, Innsbruck (Österreich)

Rechte

CC BY-SA 4.0

Urheber

Berthold von Kamptz

Rechteinhaber

Ja