Sicherheitsabstand

Objekt

Titel

Sicherheitsabstand

Beschreibung

Es ist so wichtig, dass wir Abstand halten, mindestens 1,5 Meter...und es ist ein Treffen mit einer Person möglich. Für Singles wie mich ein großes Glück. Also verabredeten wir uns in Mülheim an der Ruhr und ich wartete in der prallen Sonne am Hafen auf meine Freundin. Als sie auf mich zukam - gut gelaunt und mit Sonnenbrille - öffnete sie ihre Arme und war im Begriff, mich anzugreifen. Ich widerstand meinem neu entwickelten Reflex, sie mit Pfefferspray abzuwehren, weil mein moralisches Gewissen mir sagte, dass sie eigentlich zu den Guten gehört. Aber man weiß ja nie, wer verdeckter Überträger ist. Da schützt einen weder Freundschaft noch der gute Wille. Ich trat einen Schritt zurück und gab ein unbewusstes Grummeln von mir, so dass sie sich daran erinnern konnte, dass Umarmungen verboten sind und wir nun einen Sicherheitsabstand wahren müssen. Schon verrückt, da uns doch normalerweise Nähe das Gefühl von Sicherheit gibt. Wir müssen wirklich eine verdammte Gehirnwäsche durchmachen, um diese Zeit zu überstehen und es fühlt sich ein bisschen wie eine quälende Diät an. Nur dass wir diesmal auf einen ordentlichen Yo-Yo Effekt hoffen...

Datum

12.04.20

Räumlicher Geltungsbereich

Nordrhein-Westfalen - Oberhausen

Urheber

Sa Zet

Rechte

CC BY-SA 4.0

This item was submitted on 12. April 2020 by [anonymous user] using the form “Leben in der Corona-Krise” on the site “Das Coronarchiv”: https://coronarchiv.geschichte.uni-hamburg.de/projector/s/coronarchiv

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