Tagebuch: Berlin, 9.11.2021

Objekt

Titel

Tagebuch: Berlin, 9.11.2021

Beschreibung



Betrifft Drehen in der Corona-Ausnahmesituation. Hier in Kürze einige Statements zu meiner Arbeit:
Durch Corona und die Coronamassnahmen ab 2020 hatten sich meine Produktionsbedingungen sehr stark verschlechtert. Ich verlor in diesem Jahr sämtliche Illustrationsaufträge, ich hatte kaum Geld, mein Konto war oft gesperrt, Darsteller fand ich kaum, Ausrüstung war mangelhaft. Ich hatte vor der Corona-Krise an Filmen wie "Psycho - Der Schrecken des Phantomkillers", "Psycho 2 - die Rückkehr des Phantom-Killers", "Frankensteins Nightmare", "Verhängnisvolle Erbschaft", Pastor Ralphs Letze Beichte", an einem kürzeren Anti-Kriegsfilm, der im 2. Weltkrieg spielen sollte und an einem Zombiefilm gearbeitet, die durch die Coronapandemie zeitweise unterbrochen werden mussten. Ich gab aber nicht auf, sondern arbeitete- nach einem Break im 1. Lockdown - nach einiger Zeit an meinen Projekten weiter. Ich schrieb das Drehbuch um und passte meine Filmhandlung der Coronasituationen und meinen geringen Mitteln an, ich nahm Familienmitglieder und Bekannte als Darsteller, ich spielte in meinen Filmen selbst mit und übernahm auch eine Doppelrolle, wenn ein Darsteller (Quarantäne bedingt oder wegen Arbeitslosigkeit...) ausfiel. Ich übernahm nicht nur Regie für meine Low-Budget, No-Budget oder Trashfilme, sondern auch Kamera, Schnitt, Drehbuch, Requisite, Licht, Maske und auch Stunts....
An 2018 und 2019 begonnen Projekten weiterzuarbeiten, die durch Corona und die Hygienemassnahmen unterbrochen worden waren, war oft eine Herausforderung. Man merkte bei Vergleich der neuen und älteren Szenen oder beim Zusammenschnitten einzelner Szenen den zeitlichen Break (der sich nicht ändern liess) der einzelnen Szenen: Ich hatte in manchen Szenen 2020 eine andere Haarlänge als bei den Szenen 2019 oder 2018. Auch tragen in manchen gedrehten Szenen aus dem Jahr 2020 die Menschen Masken, in anderen Szenen aus 2019 nicht. Ich musste daher die 2019 begonnenen Filme zeitlich auf die Coronazeit umstellen 2018 und 2019 drehte ich noch mit einer Sony Alpha S 7 2, später in der Coronazeit hatte ich sie nicht mehr, da sie kaputt war, sondern ich hatte 2020 nur die Handys Huawei P20 und Samsung Galaxy J 4 Plus für diese Filme. Und als später im Frühjahr 2021 mein Huawei-Handy durch Schneeeinwirkung kaputtging, hatte ich nur noch das Handy Samsung Galaxy J 4 plus.

Ich veränderte meine Filmmethoden immer mehr und ich drehte 2020 weitere Corona-Filme wie "Corona-Tod in der Stille" (2020), "It was Happened on 25. Juni" (2020), "My Corona Madness" (2021), "Tödlicher Lockdown Halloween" (2020) fertig. Nur der Schnitt fehlte noch. Diese Filme sind Mischung aus Psychothriller, Drama, pseudodokumentarischer Film und Trashfilm. Interessante Corona-Zeitdokumente.
Auch hier nahm ich Familienmitglieder und Bekannte als Darsteller, machte das meiste selbst. Alles musste simpel, schnell, kostengünstig, mit wenig Aufwand und mit einfachen Mitteln abgedreht werden.
Drehbuch und Film wurde - auch durch sich ständig ändernden Coronabestimmungen und Situationen - oft nur improvisiert und gemäss den Corona-Situationen umgeändert oder angepasst. Oft filmte und verwendete ich zufällig aufgenommene Szenen und Situationen, wenn es zu meinen Filmen passte: Ein Eichhörnchen mit einer Nuss im Maul auf einen Ast. Ein Hund, der in der Mülltonne rumwühlte und nach etwas Essbarem suchte. Ein Feuerwehrauto, das zufällig vorbeifuhr. Ein starker Regenguss. Und auch viele real erlebte Corona-Szenen in meiner Umgebung baute ich in meinen Filmen ein z.B. die leeren Strassen im Lockdown, Absperrbänder etc. So entstanden oft interessante Stimmungsbilder.
Da aus Mangel an Zeit (weil manche Darsteller viel arbeiten mussten oder Probleme hatten, die meistens mit Corona zu tun hatten) nicht geprobt werden konnte, schickte ich die Darsteller oft ohne Probe vor die Kamera, was oft zu aberwitzigen Szenen führte. Die Kameraführung übernahm ich meistens nur deshalb, da ich meistens keinen Kameramann zur Verfügung hatte. Und wenn ich selbst vor der Kamera agierte, stellte ich die Kamera quer gelehnt an einen Gegenstand wie Stein, Flasche, leeres Portemonnaie, Mauer, Fenster,... auf, richtete die Kamera auf mich, drückte den Kameraauslöseknopf und liess die Kamera laufen...So ersetzte ich in manchen Szenen einen Kameramann. Notgedrungen! Ich filmte auch viel im pseudodokumentarischem Stil. Und improvisierte viel. Zum Beispiel filmt der Hauptdarsteller mit der Handy-Kamera sein Umfeld bzw. das, was er vor sich sieht, dreht dann die Kamera um auf sein Gesicht und filmt sich selbst in der Selfieperspektive und die Gesichtsreaktionen. So mein Stil.
Bei den Dreharbeiten achtete ich auch stets auf die Corona-Hygienemassnahmen wie z.B. Abstand und Maske.
Nachdem ich die Dreharbeiten zu meinem Film "Tödlicher Lockdown Halloween" beendet hatte, beschloss ich im November 2021 einen neuen Film (Kurzfilm) zu drehen. Ob das alles klappt bei den hohen Zahlen und der sich ständig änderen Coronamassnahmen, war unklar, dachte ich oft. Die 4. Welle würde hart werden, ich war noch nicht geimpft, mir fehlten noch die Darsteller....Ich dachte oft daran das Projekt zu verschieben oder wegen der schwierigen Coronasituation (4. Welle) ausfallen zu lassen. Ich wollte aber mein Bestes versuchen. Ich hatte sogar einen 10-Punkte-Corona-Film-Plan entworfen (aus der Not heraus), nach dem ich arbeite. Am 9.11.2021 beschloss ich für einen Probe-Dreh nach Berlin zu reisen.

10-Punkte-Corona-Film-Plan (Expose):

1. Phase: Kreative Phase: Ideen sammeln. In dieser Phase kann man träumen, kreativ sein, spinnen, Brainstorming betreiben und seine Ideen aufschreiben. Sich an Vorbildern (mit de man sich natürlich nicht vergleichen kann) etwas orientieren oder einfach seinen eigenen Ideen, Visionen, Impulsen folgen.

2. Phase: Kurzen Entwurf (Expose) schreiben: Dann erst einmal in Kürze so eine kleine Story niederschreiben oder zumindest das, was man machen will. Dabei muss das Ende des Films (noch) nicht unbedingt ausgereift sein. Das ist nur, damit man weiss in welche Richtung der Film gehen soll. Der Rest entsteht später beim Machen! Und vieles wird improvisiert. Beim machen werden die Idee erfahrungsgemäss oft schon von alleine kommen.

3. Phase: Die Vorbereitungs-Phase. Das bedeutete Geld-Check, Ausrüstungs-Check. Um Maske kümmern (ggf. Masken besorgen), Make-Up, Technik, Requisiten, Kleidung (z.B. Jacken, Schuhe), Kamera/Filmausrüstung, Licht (da reicht oft das Handy-Licht bei Nahaufnahmen, Taschenlampe für bestimmte Szenen,...), Darsteller suchen. Entweder Personen, die ohne Gage spielen - z.B. Freunde, Familienmitglieder oder Personen, die kleine Gage bekamen und nach kurzer Zeit fertig sind. Wenn nicht genügend Darsteller hatte, spielte ich zur Not auch eine Doppelrolle (in eine heftigen Verkleidung z.B. grossen Bart,..., so dass man mich möglichst nicht erkennt). Oder übernahm mal einen Stunt. Das alles richtet sich nur nach dem Möglichkeiten und je mehr fehlt, desto schwieriger wird s. Dann musste überlegen: Wer übernimmt was? Da ich in der Coronsakrise nur wenig Leute hatte, musste ich das meiste übernehmen: Kamera, Maske, Requisite ....Dann mussten Drehorte ausgesucht werden.

4. Phase: Der Probedreh: Hier mache ich ein oder zwei oder drei Tage ein Probedreh. Damit ich schon Filmmaterial im Kasten habe und sehen kann wie s läuft. Läuft das schlecht oder ist der Film nicht realisierbar, wird Produktion abgebrochen (weil finanzielle Mittel, die Darsteller und die Drehorte fehlen). Wenn gut läuft, wird weitergemacht. In der Coronakrise (besonders in der Lockdown-Situation) bekommt man nicht so schnell Darsteller, da viele Leute nicht aus dem Haus gehen oder keine Zeit haben wegen allen möglichen Corona bedingten Problemen wie Geldsorgen, Krankheiten, ...Sollten mir wichtige Darsteller fehlen, übernehme ich zur Not eine Doppelrolle (notfalls eine zweite Doppelrolle), in der ich so stark verkleidet oder geschminkt bin, dass man mich nicht mehr erkennt (in Nebenrollen funktioniert es oft gut). Wenn ich schon mehrere Szenen gedreht habe, kann ich ein Teil des Films oder einzelne Filmsequenzen zusammenschneiden und andere Leute vom Film überzeugen. Mit diesem zusammen geschnittenen Teil des Films (z.B.Teaser) kann man besser feststellen, was umsetzbar ist oder nicht.

5. Phase. Das Casting: In dieser Phase wird gecastet. Hier wir geprüft, wer mitspielt und wer nicht. Entscheidend ist, ob jemand den Film ernst nicht, auch wirklich beim Filmen aktiv ist und dabeibleibt oder schon nach kurzer Zeit ausscheidet.

6. Phase: Drehbuch schreiben unter Berücksichtigung des schon gedrehten Materials, der Coronamassnahmen und der begrenzten vorhandenen Möglichkeiten. Damit man besser planen kann. Ein Vorteil ist, wenn man bei den Probedrehs schon viele Szenen im Kasten hat. Dann kann man das Drehbuch dem vorhandenen Material anpassen und vieles wird einfacher. Die Erfolgsaussichten, dass der Film dann fertig wird, wird grösser.

7. Phase: Die Dreharbeiten: Die Dreharbeiten gestalten sich in der Coronakrise, in der sich die Coronaregeln und a...sich immer wieder ändern, oft schwierig. Deshalb kann nur mit einfachsten Mitteln gearbeitet werden. Ich halte mich daher oft nicht streng nach dem Drehbuch, sondern passe mich der jeweiligen Corona-Situation und den Corona-Bestimmungen an, ändere vieles, wenn es notwendig ist, um und improvisiere viel. Oft kommen da grosse positive, kreative Überraschungen raus. Auch richte ich mich oft nach dem, was um mich herum passiert und baue das in meinen Filmen ein. Es gibt viel zu entdecken, wenn man mit dem filmbereiten Handy unterwegs ist... Momentan ist Corona immer noch Thema Nummer 1 und daher wird meistens Corona in meinen Filmen thematisiert oder der Film spielt in der Coronazeit. Corona ist das Haupt-Ding an Bord, der den Film interessant macht. Auch ist die Wahl des Filmstils ist wichtig (ob pseudodokumentarischer Film, Trash-Film oder normaler Spielfilm).

8. Phase: Der Check. Das bisher gedrehte Filmmaterial wird in Ruhe angeschaut und geprüft z.B. am Laptop oder auf dem Handy...Misslungene Szenen werden sofort aussortiert, die guten nimmt man in die engere Wahl. Alles wird auf Festplatten überspielt und gesichert.

9. Phase: Der Schnitt. Jetzt werden die Filmszenen aneinandergefügt und geschnitten. Misslungene Szenen werden entfernt. Der Schnitt ist ein sehr wichtiger Prozess. Mit ihm steht oder fällt ein Film. Dazu kommt Nachvertonung, Vor- und Nachspann mit Text wird kreiert.

10. Phase: Die Aufführungen: Da in der Coronakrise vieles schliessen musste, viele Aufführungen nicht mehr möglich waren z.B. in Kinos und viele Festivals nicht mehr stattfanden,.... konnten viele Filmemacher nur auf Youtube oder im kleinerem Rahmen ihre Werke präsentieren. Früher lief mein Film "Psycho - Das Geheimnis des Phantom-Killers" in Kinos wie Koralle Hamburg, Markthalle und im Metroplis-Kinos im Rahmen des 6. Fantasy-Filmfestivals. In der Coronakrise lief ab 31. Mai 2020 mein Film "Psycho -Das Geheimnis des Phantom-Killers" und ab 8. 4. 2021 "My Corona Madness" auf Youtube. Sie wurden auch vom Bundesarchiv Fa 3 übernommen und auf Langzeitspeicher gesichert. Auch befindet sich "My Corona Madness" im Coronarchiv der Universität Hamburg.
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Ich dachte am 8.11.2021 eigentlich, dass ich eigentlich die Dreharbeiten zu dem Film "Tödlicher Lockdown Halloween" früher abschliessen würde. Einem geplanten Low-Budget-Kurzfilm, mit dem ich im letzten Jahr begonnen hatte und aus den nun doch ein größeres Projekt wurde. Doch der letzte Drehtag am 8.11. wurde doch länger als erwartet und die Filmarbeiten zogen sich bis in den frühen Morgenstunden des 9.11. hin. In einigen Szenen musste ich meiner Doppelrolle als Täter eine Halloween-Killer-Maske tragen. Dort wo der Killer andere attackierte. In anderen Szenen nicht. In diesen Szenen spielte ich Jan Eckhard, der in dem Film von dem Täter bedroht wird. Oft musste ich mir bei den Dreharbeiten einen letzten Ruck geben, um die letzten Szenen noch in "Kasten" zu bekommen. Denn teilweise war ich bei den Dreharbeiten in dieser Uhrzeit so müde, dass mir oft die Augen zufielen und ich oft nur noch automatisch meine Texte sprach und automatisch die Aufnahmetaste der Handykamera drückte. Deshalb machte ich mehr Pausen als sonst. In den Pausen guckte ich meistens fern (irgendeinen Netflix-Krimi) und lud -während ich fern guckte-meine Handyakkus auf oder ich lud Filmmaterial vom Handy auf den USB-Stick und oft von dort auch auf die Festplatte, schrieb Filmideen auf, schrieb meine Drehbuch-Ideen auf, schrieb auf welche Szenen noch fehlten, guckte mir zur Kontrolle Filmaufnahmen an, sortierte Requisiten....Auch das half oft nicht gegen grosse Müdigkeit. Und so hielt ich mich mit Drehen wach. Um 5:30 Uhr drehte ich meine letzten Filmaufnahmen im Wohnzimmer ab, räumte danach noch etwas auf und legte mich um ca. 6:15 Uhr mit einer Decke auf meine Wohnzimmer-Couch mit Schlaffunktion, um zu schlafen. Denn ich musste endlich schlafen, da ich am nächsten Tag nach Berlin fahren wollte und mich an einem neuen geplanten Filmprojekt versuchen wollte. Einem Kurz-Filmprojekt, für den ich noch keinen Titel hatte und der bestimmte Szenen aus der Geschichte "das Messer - eine Geschichte aus dem Lockdown", einer Geschichte von mir (die im Stadtmuseum Berlin online veröffentlicht wurde), aufgreifen soll und alles andere als ausgereift war und es nicht einmal klar war, ob der Film jemals zu Ende gedreht werden würde. Da die Geschichte "das Messer" für mich mit meinen geringen Möglichkeiten und weil mir die Darsteller fehlten schwer zu verfilmen war, musste ich andere Möglichkeiten und Wege finden. Zum Beispiel die Story zu verändern und einen neuen Filmstil zu wählen. Und so beschloss ich einen Film im halb- und pseudodokumentarischen und improvisierten Stil zu drehen. So etwas im Stil von "The Blair Witch Project" von Daniel Myrik und Eduardo Sanchez oder "I Play with the Phrase Each Others" von Jay Alvarez....-nur etwas anders. Auch würde ich eine Doppelrolle übernehmen. So könnte ich das Problem mit den fehlenden Darstellern, mit der technischen Ausrüstung und vieles was sonst mir in diesem Augenblick fehlte geschickt umgehen. Das wäre eine coole Sache. Um mehr sagen zu können und überhaupt planen zu können, musste ich erst mal 1-2 Probedrehs hinter mich bringen. Dann erst würde ich mehr wissen. Und dieser eine Probedreh sollte am diesem Tag (am 9.11.) sein. Um ca. 6:20 Uhr -nachdem ich gebetet hatte-legte ich mich ins Bett, um wenigstens einige Stunden Schlaf zu bekommen. Und kurz darauf schlief ich auf meiner neuen Wohnzimmercouch mit Bettfunktion, die ich für 648 Euro in einem kurz vor der Schliessung stehenden Möbelgeschäftsfiliale in HH-Norderstedt am 3. November 2021 gekauft hatte und am 4.November mit Marko abgeholt und mit seinem Firmenwagen in mein Hummelsbüttler Reihenhaus transportiert hatte, ein. Etwa gegen kurz vor 12 Uhr wurde ich von meiner Lebensgefährtin Maria geweckt. Sie machte gerade im Wohnzimmer sauber. Ich kam schwer hoch, da ich erst um 6:15 Uhr ins Bett gegangen war. Dann musste ich kurz vor der Abfahrt nach Berlin einiges erledigen. Ich musste mich für meine neue Dreharbeiten vorbereiten und steckte einige Requisiten wie Sonnenbrille, Maske und Messer für die Rolle des Täters, eine kleine Mini -Johnny Walker-Flasche (die ich für die Rolle des Jan Meissner brauchte), eine kleine Weinbrand-Flasche Mariacron.... in meine Tasche. Auch meine Chantre-Flasche durfte nicht fehlen. Jedoch wollte ich aus Sorge bezüglich meiner Gesundheit nicht so viel trinken. Gerade weil sich bei meiner letzten Untersuchung bei Dr. Bökmann herausgestellt hatte, dass meine Leber verfettet war (es war aber nicht so schlimm, dass es irreparabel und lebensbedrohlich war)... Ich legte auch 2 Jacken bereit, die ich für die Dreharbeiten brauchte. 2 Jacken für 2 Rollen -für die Rolle des Grafikers und für die Rolle des Täters mit Corona-Maske und Kapuze, den ich -weil ich nicht genügend Darsteller hatte - in meinem Film notgedrungen in einer Doppelrolle spielen wollte (solange ich keinen Darsteller für diese Rolle finden würde). Ich musste danach noch bei Penny einkaufen gehen. Und da meine Heizung ausgefallen war, musste ich auch noch eine Heizungsfirma anrufen und machte einen Termin für den nächsten Tag um 9:30 Uhr aus. Ich musste noch einige andere Dinge erledigen. Nachdem ich all dies noch vor der Fahrt nach Berlin erledigt hatte, zog ich meine 2 Jacken übereinander an, nahm meinen gepackten Rucksack mit all den Requisiten und ging los. Und das sehr spät um etwa 15:15. Ich erreichte den Hummelsbütttler Markt , nahm dort den Bus 174, der nach einer kurzen Wartezeit kam und fuhr mit diesem nach Fuhlsbüttel. Der Bus war menschenüberfüllt und alle trugen eine Maske (denn es herrschte in öffentlichen Verkehrsmitteln Maskenpflicht). Viele Menschen kamen gerade von der Arbeit. Aber auch Schulkinder waren dort. Da alle Plätze belegt waren, konnte ich im wackelnden Bus nur noch ganz dicht neben den vielen anderen Menschen stehen und mich an einer Gummischlaufe festhalten. Obwohl ich wie alle anderen eine Maske trug, wuchs mein Unbehagen, dass ich mich trotz Vorsichtsmassnahmen wie Maske doch an Corona anstecken könnte, weil im überfüllten Bus kaum Abstand war. Ich blieb dennoch ruhig und versuchte die Fahrt irgendwie zu überstehen. Dann - nach 8 Minuten Fahrtzeit - hielt der Bus vor dem Bahnhof Fuhlsbüttel. Ich stieg mit vielen anderen Menschen aus dem Bus aus und war froh, aus dem überfüllten Bus raus zu sein. Ich machte am Bahnhofseingang Fuhlsbüttel einige Videoaufnahmen, die ich für meinen neuen Film (für den ich noch keinen Titel hatte) verwenden könnte. Dann ging auf den Bahnsteig. Die Bahn Richtung Hauptbahnhof kam und hielt nach wenigen Minuten an diesem Bahnsteig. Ich stieg ein und mir wurde bewusst, dass sie auch ziemlich voll war. Aber zum Glück nicht so voll wie der Bus. Ich fand zum Glück einen Sitzplatz! Während der Fahrt machte ich aus dem Fenster einige Videoaufnahmen. Nach ca. 23 Minuten Fahrtzeit kam ich am Hamburger Hauptbahnhof an. Wenig später ging ich zum Reisebüro in der Wandelhalle Hauptbahnhof. Ich bekam am Eingang nach einer kurzen Wartezeit eine Nummer ausgehändigt und ging dann zum Schalter nachdem meine Nummer aufgerufen wurde. Ein blonde Frau mittleren Alters mit langen, gelockten Haaren sass dort am Schalter am Tresen hinter dem Computer. Ich sagte ihr, dass ich an diesem Tag nach Berlin mit dem nächsten Zug fahren wollte. Und am Abend dieses Tages wieder zurück.
"Mit dem letzten Zug", sagte ich ausdrücklich.
"Ok. Einen Moment", sagte sie.
Sie blickte in den Computer und teilte mir Uhrzeit für die Hin- und Rückfahrt mit. Ich traf sofort eine Entscheidung.
"Ich nehm das Ticket", sagte ich sinngemäss.
"Ok. 109,80 Euro kostet der Spass", sagte sie. Dann steckte ich kurz darauf meine Bankkarte in den Kartenleser und bezahlte den Betrag. Nachdem ich die Quittung und das Ticket mit dem Fahrplan erhalten hatte, verliess ich das Reisezentrum. Da ich noch etwas Zeit hatte bis der Zug kam, wollte ich bei der Haspa-Bank in der Spitaler Strasse Geld abheben und noch einige Videos - auch Selfievideos - für mein neues noch titelloses Filmprojekt drehen. Ich verliess ich die Wandelhalle, überquerte die Spitaler Strasse und ging ging auf die Haspa-Bank zu. Plötzlich sah ich in der Nähe des Eingang der Haspa einen Mann regungslos auf dem Rücken liegen. Es war ein Obdachloser. Er war blass, sah aus wie ein Toter und ich war bestürzt. Neben ihm kniete eine junge, blonde Frau, die ihre langen Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden hatte. (Wie ich das auch nun mit meinen langen Haaren getan hatte.) Sie hielt seinen Arm und fühlte seinen Puls.
"Was ist mit dem Mann? Soll ich Polizei rufen,....?", schlug ich vor. Oder Krankenwagen. Ich war so geschockt, dass ich gar nicht genau wusste, was ich in diesem Moment genau sagte.
"Ich habe schon einen Krankenwagen gerufen und warte schon eine halbe Stunde. Und es kommt niemand. Ich habe zweimal schon den Krankenwagen bestellt und nichts passiert!", sagte die junge Frau.
"Was ist mit dem Mann?", fragte ich schon wieder.
"Er hatte vorhin noch einige Reaktionen gezeigt. Jetzt hat er keine Körperreaktionen. Er reagiert auch nicht, wenn ich ihn anspreche", sagte sie.
"Ich gehe dann schnell zur Polizei", schlug ich vor. Ich holte mein Handy aus der Tasche und machte schnell einige Fotos.
"Wo ist diese?"
"Auf der anderen Seite der Wandelhalle", sagte ich und lief schnell los. Ich lief wieder über die Spitaler Strasse, dann durch die Wandelhalle und kam auf der anderen Seite der Wandelhalle Kirchenalleeseite (Hachmannsplatz) wieder raus. Dann lief ich dort zur Sicherheitswache der Bundespolizei und Landespolizei Hamburg am Hachmannplatz 10. Als ich eintraf, traf ich auf einem jungen Polizeibeamten mit Stoppelhaarschnitt, der gerade hinter einem Tresen mit durchsichtiger Trennwand Büroarbeit machte.
"Guten Tag. Da liegt ein Mann am Eingang der Haspa Spitaler Strasse. Er rührt sich nicht", sagte ich kurz und knapp. Ich wollte nicht alles detailliert schildern, was in dieser Notsituation zu viel Zeit kosten würde und zeigte ihm in meinem Handy nur mein Schnell-Schnappschuss-Foto von dem liegenden Mann am Haspa-Eingang, das ich dort mit dem Handy schnell aufgenommen hatte (so würde es für die Polizei leichter sein, diesen Mann zu finden.) Auch erzählte ich, dass ein Krankenwagen bereits gerufen worden war, aber bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gekommen war.
"Ich werde ich darum kümmern", versprach der Polizeibeamte. Dann verliess ich die Polizeidienststelle und lief wieder durch die Wandelhalle zur Spitaler Strasse. Dann sah ich aus weiter Entfernung den Rettungswagen. Einige Rettungskräfte hatten dem Obdachlosen inzwischen in den Rettungswagen transportiert. Und kurz darauf brauste der Rettungswagen davon. Ich war erleichtert, dass dem Mann nun geholfen wurde! Ich hoffte, dass er nicht tot war und sie ihn retten konnten! Dann ging ich zur Haspa und hob am Geldautomaten 50 Euro ab. Zwar wollte ich nicht die komplette 50 Euro ausgeben. Aber ein bisschen Geld brauchte ich für die Berlin-Fahrt. Da ich noch etwas Zeit hatte, ging ich kurz darauf auf eine öffentliche Toilette in der Wandelhalle und machte kurz darauf in der Wandelhalle und kurz am ZOB und am Steintorplatz noch einige Videos für mein neues Filmprojekt im halbdokumentarischen Stil. Auch Selfievideos. Dann ging plötzlich mittendrin beim Filmen das Handy aus. Der Handyakku war leer! Schnell ging ich in die Wandelhalle zum Bahnsteig am Gleis 14. Ich wartete einige Minuten. Kurz darauf rollte der ICE 607 auf Gleis 14 ein. Als der ICE am Bahnsteig hielt, setzte ich mir meine Maske auf und stieg dort ein. Auch hier war der Zug voller Menschen. Ich ging in das Abteil der 2. Klasse und fand dort kurz darauf eine leere Vierersitz-Gruppe mit einem Tisch in der Mitte. Dort setzte ich mich auf einen der vier Plätze direkt am Fenster an dem Tisch in Fahrtrichtung. Kurz darauf stiegen immer mehr Menschen in den Zug ein, die dann wenig später durch die Gänge verschiedener Abteils gingen und nach einen Sitzplatz suchten. Oft auch ihren eigenen reservierten Sitzplatz. Ein Mann setzte sich plötzlich neben mich. Kurz darauf setzten sich eine Frau und ein Mann auf die Plätze vor mir an den Tisch. Plötzlich kam ein weiterer Mann, der den Gang entlanglief, auf mich zu und forderte mich auf den Sitzplatz freizumachen.
"Sie müssen gehen. Ich habe den Platz reserviert", sagte der jüngere, ca. 30jährige Mann.
"Ok", sagte ich, stand auf und verliess die Vierertisch-Gruppe. Kurz darauf lief ich eine kurze Zeit den Gang entlang und suchte einen neuen Sitzplatz. Ich stellte fest, dass fast alle Sitzplätze belegt waren. Zuerst machte ich mir wenig Hoffnung einen Sitzplatz zu finden und rechnete damit, keine spontanen Selfie-Videos im Zug für mein neues titelloses Filmprojekt - so wie ich das vorhatte- drehen zu können. Doch ich hatte kurz darauf Glück. Ich fand zwei Sitzplätze nebeneinander direkt am Eingang des 2.Klasse-Abteils in entgegengesetzter Fahrtrichtung. Ich setzte mich auf einen der beiden Plätze am Fenster und war froh, doch noch zwei freie Plätze nebeneinander bekommen zu haben. Auf den anderen freien Sitzplatz neben mir legte ich meinen Rucksack und mein Handy (zum Glück kam da niemand mehr und der Zug fuhr gerade ab). Neben mir auf der anderen Seite des Ganges parallel zu mir sass ein Pärchen auf zwei Plätzen, dass mich kaum bemerkte. Die Frau, die direkt am Gang sass, guckte sich ein Kunstbuch an. Während der Fahrt erfuhr ich vieles über die Verschärfungen der Maskenpflicht in Berlin. Nur noch das Tragen der FFP-2-Maske würde in Berlin akzeptiert werden. Der Senat würde am 10.11. die 10. Verordnung der Dritten Infektionsschutzmassnahmeverordnung beschliessen. Diese würde ab dem 15.11.2021 gelten. Dann würde voraussichtlich die 2 G-Regel in Berlin in Kraft treten. Demnach würden nur noch Geimpfte und Genesene Gaststätte, Theater, Kinos,...besuchen können. In manchen Bereichen war auch im G 2-Modell das Tragen einer Maske Pflicht. Bei bestimmten Berufen (z.B. Pflegeberufe)....Für Ungeimpfte (wie ich es einer war) würde es sehr ungemütlich werden! Indirekt wurden die Umgeimpften durch den Ausschluss aus den G 2-Angeboten und das Nicht-Teilnehmen-Können am öffentlichen Leben zur Impfung gezwungen. Auf der anderen Seite stieg die Zahl der Infektionen auch immer mehr. Corona - mit all den Mutationen - ist noch lange nicht weg, was soll die Ampel-Regierung in dieser Situation auch machen?, es geht nur Lockdown oder sich impfen lassen oder alles ganz streng mit Maske, Abstand, Ausgangssperre.., dachte ich. Es kann nur noch eine Verschärfung der Coronamassnahmen die Zahl der Infektionen minimieren. Aber: Auch wenn jetzt alle Ungeimpften sich plötzlich alle impfen lassen würden, würde es gar nicht soviel Impfstoff für alle geben, gar nicht so viele Impfstellen und Leute, die impfen können (und wenn diejenigen dazukommen, die eine 3. Impfung namens Booster-Impfung haben wollten, würde es noch problematischer werden). Vieles würde dauern oder nicht umzusetzen sein. Nehmen wir mal an, dass sich alle Ungeimpfte plötzlich doch für eine Impfung entscheiden würden (was in der Realität nicht sein wird), dann würde es für die meisten Leute durch den starken Andrang nach Impfung dauern bis sie einen 1. Impftermin kriegen würden. Wenn die Leute dann endlich nach einer langen Wartezeit die erste Impfung hinter sich hätten, würde es zwei Wochen dauern, bis der Impfstoff wirken würde und erst dann erst würde die nächste 2. Impfung kommen. Und dann müssten die meisten auch einen Termin für 2. Impfung bekommen! Und das würde bei dem Andrang bei den meisten Menschen dauern oder unmöglich sein. Und auch wenn viele Menschen die 2. Impfung bekommen würden, würde es wieder 2 Wochen dauern bis der Impfstoff wirken würde. Viel Zeit würde verstreichen und in dieser Zeit würde die Zahl der Coronainfizierten steigen und steigen. Corona würde bald überall sein, die Zahl der Toten würde steigen, die Krankenhäuser würden überfüllt sein und viele Kranke nicht mehr aufnehmen können.... Ein schlimmes Szenario. Das RKI meldete schon in dieser Zeit einen Höchststand an Corona-Neuinfektionen. Fast 40.000 an einem Tag in Deutschland (Trauriger Rekord!). Der Inzidenzwert war kürzlich noch bei 190, nun an diesem Tag am 9.11. aktuell über 230! Wie soll es erst im Januar, Februar, März,...2022 werden, wenn die Zahlen jetzt schon so hoch sind? Der Coronavirus würde sich über uns kaputt lachen. Wir werden Corona auch nicht los werden und müssen damit leben, so kreisten meine Gedanken. Wie lange das gutgehen würde, das war die Frage. Es sieht SEHR düster aus und nur Gott kann helfen!, dachte ich. Mich wunderte es, dass bei den heutigen Zahlen nicht schon längst alles dicht gemacht wurde (ein neuer Lockdown) - anstatt das Ende der Pandemie zu verkünden. Jedenfalls würde die kommende 4. Welle am gefährlichsten sein- das zeichnete sich deutlich ab. Am 11.11.2021 hatte ich einem Termin für meine 1. Impfung bei meinem Hausarzt in Hamburg und auch Marko aus Kroatien, ein guter Bekannter von mir (und ein Darsteller aus meinem Film "Tödlicher Lockdown Halloween") und seine Freundin Nery (Schwester´von Maria) am 10.10 bei einem anderen Arzt. Es würde nun am 9.11. meine letzte Fahrt nach Berlin als Ungeimpfter sein! Marko und ich machten letzte Woche in Hamburg aus: Wenn wir künftig die Impfung (1. und 2. Impfung) hinter uns hätten, wollten wir gemeinsam ins Kino gehen und "Halloween Kills" oder etwas anderes gucken. Denn erst nach 2. Impfung würde ich wenigstens überall rein können. Ich könnte zum Beispiel ins Restaurant gehen, meine potentielle Käufer meiner Bilder besuchen...und hätte so künftig weniger berufliche Nachteile. Ich könnte mich problemlos öfters mit dem Zahnarzt B. (mit dem ich befreundet bin) treffen, dem ich auch meine Bilder verkaufen könnte. Oder mich mit Eike treffen, dem Darsteller aus meinem Film "Psycho - Das Geheimnis des Phantom-Killers" aus dem Jahr 1991.Oder mich mit mit seinem Bruder Martin treffen, dem ich in der Vergangenheit schon Bilder verkauft hatte. Oder Bilder für die blonde "Nancy" (die mit einem vermögenden Makler offen liiert ist) malen, die mir in der Vergangenheit mehrmals für Bilder/Fotos Modell (auch Akt) gestanden hatte und auch an einem meiner letzten Filmprojekte (in dem Film "Pastor Ralphs letzte Beichte" von 2019 spielte sie Steffi) mitgewirkt hatte. Oder mich mit Marko und seiner Freundin Nery aus der Domenikanischen Republik (Schwester meiner Lebensgefährtin Maria) treffen. Und auch andere treffen, die ich so kannte. Eine Impfung würde vieles leichter machen! Angeblich versprach die Impfung 95 % Schutz vor Corona und Nebenwirkungen gebe es kaum (die hätte man bei jeder Impfung - auch bei einer Grippeimpfung) und die meisten, die mit Corona auf der Intensivstation lagen, waren angeblich Ungeimpfte laut Aussage meines Arztes. Ob die Impfung so schützt wie gedacht, blieb aus meiner Sicht abzuwarten...Denn es gab Fälle, die trotz 2. Impfung Corona hatten und andere angesteckt haben. Zwar würde der Corona-Krankheitsverlauf wegen der Impfung nicht so extrem ausfallen wie bei meistens Ungeimpften. Aber immerhin. Viele schlimmere Verläufe kamen bei Älteren Menschen (Durchschnittsalter Mitte 70) mit Vorerkrankungen vor. Ich fand es traurig, dass viele geimpfte Personen ungeimpfte Personen angriffen und auch einige Ungeimpfte Geimpfte (sie nannten sie Zombies), viele Leute sich gegenseitig beschuldigten und schnell darin waren, anderen Menschen eine falsche Gesinnung oder Beweggründe oder Dummheit zu unterstellen. Und es gab viele Leute, die meinten bezüglich Corona und Impfung alles besser zu wissen obwohl sie gar nichts wussten (auch das ist ein typisches Merkmal dieser Corona-Zeit und einige Worte von dem Text "dieses aber erkenne, dass in den letzten Tagen kritische Zeiten dasein werden, mit denen man schwer fertig wird. Denn die Menschen werden eigenliebig sein, geldliebend, anmassend, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, nicht loyal, ohne natürliche Zuneigung,..." aus dem Bibeltext aus 2. Timotheus 3:1-17 kamen mir in den Sinn.)
Ich hatte daher keine Lust auf Debatten. Erst Recht nicht auf politische Debatten, die mit meiner Kunst nichts zu tun hatten. Ob jemand sich impfen lässt oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung und laut Bibel trifft hier jeder seine persönliche Entscheidung, dachte ich. Ich hatte hier meine Entscheidung getroffen mich am 11.11. impfen zu lassen - auch aufgrund der hohen Zahl der Infektionen - und fertig. Ich blickte zu meiner Sitznachbarin, die parallel zu mir auf der anderen Seite des Ganges sass und sah, wie sie sich ein Kunstbuch anschaute. Ich sah im aufgeklappten Buch Fotografien von kubistischen Bildern, die vermutlich von de Chirico oder Picasso waren. Endlich mal hochwertige Kunst, dachte ich. Nicht so ein Müll, Schrott, Unsinn, kommerziell Verseuchtes oder ekelhaftes Zeig, was sonst immer (besonders vor der Coronazeit) fast überall z.B. im Internet, auf Ausstellungen,... zu sehen war und was auf intelligente Art schlaugeredet wurde. Aber so war s eben. Der Kult des Hässlichen dominierte immer noch die heutige Kunst. Die Leute werden für dumm verkauft und fast schon entmündigt- z.B. wenn sie die Galerieschwelle überschreiten, einen "Kunstexperten" begegnen und von ihm vollgetextet werden, so wusste ich. Es galt nur, Geld zu machen. Oder es galt zu provozieren. "Ein Chinese ist gekochten Fötus" oder "ein Sterbender wird in einer Galerie gefilmt"- so hatte ich 2013 in einem kritischen Kunstbuch gelesen. Ein Ausdruck der maroden Gesellschaft. Und dann kam 2020 Corona und der 1. Lockdown, alles wurde noch schlimmer und dann gab es - bis auf eine staatliche Miniförderung - keine Hilfen für Künstler! Dann standen die meisten Künstler im Regen und man konnte sehen, dass ein Grossteil der Gesellschaft sich in dieser schwierigen Corona-Zeit nicht für ihre Kunst und ihre Nöte interessierte! Was nach meiner Meinung zum Teil auch an der Qualität des Grossteil der Kunst lag, die damals präsent war und für viele Menschen nicht zugänglich war. Ich grenze mich vom Kunstmarkt ab und mache lieber mein eigenes Ding...., dachte ich. Ich dachte zwangsläufig an meine Kunst und was ich so vorhatte. Ich hatte vor interessante Ölbilder zu malen - abseits des Kunstmarktes. Sozialkritische Bilder (mit Themen wie Corona, der Corona-Lockdown, Isolation, Arbeitslosigkeit, Zerrüttete Familienverhältnisse...), Landschaften, Portraits, Stillleben, Akte. Im realistischen, im neoexpressionistischen oder punkigen Stil. Worauf ich gerade Lust hatte. Auch schöne Bilder! Und nicht immer dieses hässliche Zeug, da die Welt durch Corona genug hässlich und grau geworden war. Und was ich auch verkaufen könnte (ich musste ja auch Geld verdienen). Es gab bei mir viele kleine Veränderungen: Ich hatte inzwischen einen neuen Atelierraum in Hamburg, ich habe mir neue Malsachen gekauft, in der Schweiz und in Österreich besteht Interesse an meinen Bildern und ich habe von dem Zahnarzt einen Bild-Auftrag in Hamburg bekommen. Auch "Nancy" wollte Bilder. Andere wahrscheinlich auch....Ich dachte noch eine Weile über dies und das nach...Dann beschloss ich an meinem titellosen Film, der Motive aus der Geschichte "das Messer" aufgreift, weiterarbeiten. Ich ging gedanklich die Story durch. Sie war ungefähr im damaligen Zeitpunkt folgendermassen:
Der in der Coronakrise arbeitslos gewordene Grafiker Jan Meissner (in der Geschichte "das Messer - Eine Geschichte aus dem Lockdown" heisst er Anton Meissner) ist auf Arbeitssuche und fährt mit dem Zug von Hamburg nach Berlin. Im Zug wird er von einem Unbekannten namens John auf einem Herren-WC überfallen. Mit aller Kraft gelingt es Jan, ihn in Notwehr niederzuschlagen und als der Zug in Berlin hält aus dem Zug zu steigen und zu fliehen. Doch die Gefahr ist in Berlin längst nicht vorbei. Im Tiergarten entdeckt er kurz darauf einen Toten, am Brandenburger Tor wird er wenig später verfolgt. Er nimmt am Brandenburger Tor ein Biketaxi und fährt schnell zum Alexanderplatz. Als er den Alexanderplatz erreicht und aus dem Biktaxi steigt, merkt er, dass der Täter ihm immer noch auf den Fersen ist. Das Ende ist entsetzlich. Am Schluss überlebt er zwar die letzte Attacke des Täters, aber er stirbt am Ende an Covid-19. (Ob die Geschichte am Schluss so bleiben würde oder nicht, war noch unklar und hing von verschiedenen Situationen ab).
Ich begann nun mit dem Drehen. Ich holte mein Handy aus der Tasche, machte es an und drückte die Kamera-Aufnahmetaste. Ich machte, während ich auf meinem Sitzplatz sass, zuerst einige Videos aus dem Zugfenster. Dann filmte ich mich selbst in der Selfie-Perspektive - auch wie ich in der Rolle des Jan Meissner (oder einfach "Jan") den Gang entlang bis zum Herren-WC lief. Wie ich dann die Tür aufmachte, ins Herren-WC ging und vor der Kamera das Gesicht verzerrte.... Während ich mein verzerrtes Gesicht filmte und mit der linken Hand vor der Handykamera rumfuchtelte, liess ich meine Handy-Kamera wackeln. So wirkten die Filmszenen dramatischer und alles sah nach einem aus der Nähe gefilmten Überfall im Herren-WC aus. Die Restliche Szenen würde ich im Homeoffice in Hamburg nachdrehen. Durch eine Vielzahl vom Schnitten könnte ich beim Filmschnitt einen überzeugenden Kampf "basteln". Nachdem ich innerhalb kurzer Zeit viele tolle Filmszenen im Kasten hatte, setzte ich mich wieder beruhigt auf meinen Sitzplatz und war froh alles easy, schnell und unauffällig hinter mich gebracht zu haben. Wenig später bekam ich einen Anruf auf meinem Handy von meinem Freund D. Einen der wenigen Freunde, die ich noch hatte. Das war, als der Zug kurz vor der Stadt Stendal einrollte. Ich ging ans Handy-Telefon und unterhielt mich mit ihm. Und erzählte, was ich in Berlin vorhatte. Zum Beispiel an meinem Filmprojekt zu arbeiten.
"Findest Du denn ein Hotel in Berlin?", fragte D.
"Ich werde nicht lange bleiben", sagte ich. Zwar hatte ich auch die Möglichkeit im Sinn gehabt in Berlin länger zu bleiben und mir ein Hotel zu suchen und das Rückfahrtticket verfallen zu lassen. Da ich nicht geimpft war in diesem Zeitpunkt, würde es vermutlich unwahrscheinlich sein, dass sie mich als Gast aufnehmen. Und so blieb ich bei meinem Entschluss noch an diesem Abend um 22:02 Uhr wieder nach Hamburg zu reisen. Das war unkomplizierter! Und ich brauchte meine Zeit nicht mit elendem Suchen nach einen Hotel vergeuden oder müsste - falls ich kein Hotel finden würde - draussen in Berlin die Nacht durchmachen - was ich auf keinen Fall wollte! Denn als ich vor knapp einem Jahr (am 15. und 16.12.2020) in Berlin die Nacht durchgemacht hatte und ich anfing die Geschichte "das Messer" zu schreiben, war ich fast draussen bei den Minus-Temperaturen erfroren. Ich konnte dieses Durchmachen der Nächte gesundheitlich nicht mehr ab! D. und ich wünschten uns noch am Schluss des Gesprächs alles Gute und wir beendeten dann dass Telefonat. Nach dem Gespräch stellte ich fest, dass der Handyakku fast leer war. Auch durch das etwas zu lang gewordene Telefonat. Ich nahm mein Aufladekabel, verband die eine Seite des Aufladekabels mit dem Mikro-SD-Stecker mit meinem Handy und steckte die andere Seite des Kabels mit dem grossen Stecker in die Steckdose, die sich an meinem Sitzplatz befand. Doch ich merkte, dass es schwierig war mein Handy aufzuladen. Das Handy wurde nur ganz wenig aufgeladen. Vermutlich lag es an der nicht richtig funktionierenden Steckdose. Wenig später erreichte der ICE den Bahnhof Spandau. Und als mein Blick wieder auf mein Handy fiel, fiel mir auf, dass das Handy immer noch kaum aufgeladen worden war. Nur 2 Prozent mehr konnte ich innerhalb von 10 Minuten aufladen! Ich versuchte weiterhin das Handy aufzuladen. Das klappte jedoch nicht. Wenig später rollte der Zug in Berlin Hauptbahnhof ein. Ich zog das Ladeteil mit dem Handy aus der Steckdose, zog schnell meine 2. Jacke über die 1. Jacke an, nahm schnell meinen Rucksack und verliess den Hochgeschwindigkeits-Zug. Ich lief durch den Berliner Hauptbahnhof und mir fiel auf, wie leer dieser doch war. Da waren kaum Menschen! Das lag vermutlich auch an der Uhrzeit abends, etwas an den hohen Coronainfektionszahlen oder in der aufkommenden nächtlichen Kälte in der Spätherbstzeit. Denn im Oktober 2021, als die Zahlen noch nicht so hoch waren und es wesentlich wärmer war, waren deutlich mehr Menschen abends im Berliner Hauptbahnhof unterwegs. Nach einer kurzen Zeit fiel mein Blick auf Media-Markt. Ich lief schnell zum Mediamarkt, ging in das Elektrofachgeschäft hinein und traf dort auf einen jungen Mediamarkt-Mitarbeiter, der vor einem Regal stand.
"Entschuldigung, haben Sie eine Powerbank?"
"Ja. Da drüben", antwortete der Mitarbeiter.
"Ist die Powerbank auch voll?", fragte ich. "Denn ich wollte mein Handy jetzt aufladen und gleich losfilmen."
Der Mediamarkt-Mitarbeiter zeigte auf eine Wand in der Nähe des Eingangs mit vielen an Häkchen gehängte und in Plastikfolie eingeschweisste Powerbanks.
"Da drüben sind alle vollen Powerbanks in verschiedenen Farbtönen. Kostet pro Stück 25 Euro. Vom Kollegen persönlich aufgeladen. Sie können aufladen und gleich losfilmen. Sie können sich die Powerbank in der passenden Farbe aussuchen."
Der Mediamarkt-Mitarbeiter führte mich einige Herzschläge später zu der Wand mit den Powerbanks in den Farben gold, blau, silber, schwarz. Ich entschied schnell.
"Ich nehm die schwarze Powerbank", sagte ich.
"Gut", sagte er und ich zog die schwarze Powerbank vom Haken.
Ich bemerkte, dass mir noch das Verbindungs-Kabel von der Powerbank zu meinem Handy mit den richtigen Anschlüssen fehlte. Ich teilte dies dem Mitarbeiter mit und gab ihm mein Handy. "Ich brauche für mein Handy nur ein passendes Kabel...", sagte ich sinngemäss. Er sah sich mein Handy und den Handy-Kabel-Ausgang genau an. Mein Handy hatte den Anschluss USB Mikro B. So teilte er mir mit.
"Das Kabel habe ich! Eins für 4,99 Euro", sagte er. Dann ging er und verschwand in einer der Gänge. Wenig später kam er mit dem richtigen Kabel wieder.
"Hier", sagte er und gab mir das Kabel. Ich bedankte mich, ging mit dem Kabel zur Kasse und bezahlte dort mein Kabel. Nachdem der Kassierer mir gezeigt hatte, wie die Powerbank anging, verband ich die eine Seite des Kabels mit der Powerbank und die andere Seite des Kabels mit dem Handy. Und so wurde mein Handy aufgeladen! Ich verliess kurz darauf den grossen leeren, grauen Hauptbahnhof und fand mich kurze Zeit später auf dem Washington-Platz wieder. Draussen war es vollständig dunkel und es waren nur wenig Menschen auf dem Washington-Platz. Es war etwas kalt, aber da ich zwei Jacken übereinander anhatte, spürte ich von der leichten Kälte nichts. Ich machte - obwohl das Handy mit meiner neuen und in meiner Jackentasche verstauten Powerbank immer noch verbunden war und aufgeladen wurde - einige Videos und Selfievideos für mein neues titelloses Filmprojekt. Und einige Fotos. Dabei hatte ich das Gefühl, dass mein Film immer mehr zur Corona-Doku wurde. Dann ging ich weiter zur Gustav-Heinemann-Brücke und machte dort ebenfalls einige Videos. Und wenig später auch am Spreebogenpark. Dort, wo ich filmte, waren auf der linken Seite des Weges, der von der Gustav-Heinemannbrücke bis zur Otto-von-Bismarck-Strasse führte, Laternen, die den Weg und die Umgebung zum Teil ausleuchteten. Rechts und links weiter weg vom Weg war es stockdunkel. Besonders die linke Wiese, die sich wie ein grosser dunkler Teppich bis zum Spreeufer vor mir erstreckte. Dort war kein Mensch. In der Ferne sah ich einige Mietshäuser und Bürohäuser mit teilweise grell erleuchteten Fenstern, die wie glühende Augen aus der Dunkelheit hervorstachen. Ich öffnete passend für meine Rolle meinen Zopf und liess meine langen Haare bis über die Schulter fallen. Dann drehte ich auf der Wiese links in der Dunkelheit einige Selfievideos mit Hilfe meiner Handy-Leuchte. Grosse Dialoge kamen glücklicher Weise nicht vor und so war ich nach ca. 20 Minuten fertig. Dann filmte ich meine Umgebung. Auch die Häuser in der Ferne. Nach einer Weile war ich fertig. Dann ging ich den Weg weiter runter in Richtung Paul-Löbe-Haus, ging über die Otto-von-Bismarck-Strasse und erreichte kurz darauf die U-Bahnstation Bundestag. Dort bemerkte ich, dass ich auf dem Handy keine Speicherkapazität mehr hatte. Ich musste die vielen Video auf meinem USB-Stick herunterladen, um Speicherkapazität freizugeben. Nur so konnte ich weiterfilmen! Ich legte Handykamera auf eine kleinen Part oder Mauervorsprung einer ca 1,50 cm hohen (den U-Bahnschacht rechteckig umzäunenden) Mauer an der Rolltreppe, die nach unten zu den U-Bahngleisen führte, stellte meinen schwarzen Rucksack darauf, holte mein Mikro-SD-Datenübertragungs-Kabel aus dem Rucksack und verband das mit meinem USB-Stick und dem Handy. Dann bediente ich einige Tasten und kurz darauf begann das Runterladen der Dateien auf den USB-Stick. Während der Datenübertragung dachte ich weiter an die Umsetzung meines Films. Ich drehte mich um und blickte auf den Spreebodenpark. Es war düster und ich dachte unwillkürlich an die alten Hammerfilme (diesem alten englischen Filmstudio Hammer, das in den 60er und Anfang der 70er Jahre mit Qualitäts-Horrorfilmen eine Blütezeit erlebte und später pleite ging, als die Zeit der englischen Horrorfilme durch die Amerikanische Konkurrenz wie zum Beispiel Hitchcocks "Psycho" von 1960 u.a. vorbei war). Ich dachte an Schauspieler wie Peter Cushing in "Frankensteins Fluch" von 1957, an Ralph Bates in "Dr. Jekyll and Sister Hyde" von 1971, an Oliver Reed in "Der Fluch von Siniestro" von 1961 (mit denen ich mich nicht vergleichen wollte) und an ihre schauspielerischen Qualitäten"! Ich dachte auch an Bela Lugosi (der 1931 den besten Dracula-Film in Amerika gedreht hatte), der vor 100 Jahren auch in Berlin war und sein Glück als Schauspieler versuchte (wie ich später durch Lesen erfuhr) und dort in einigen Filmen mitgespielt hatte (auch in dem Film Januskopf von F. W. Murnau, der als verschollen gilt und vermutlich auch in Berlin gedreht wurde)...(Was alles in der Vergangenheit in Berlin geschehen war, war schon spannend...).Ich merkte kurz darauf, dass ich Hunger hatte, eine Pause brauchte und plante daher nun, mir am Brandenburger Tor eine Currywurst zu kaufen und wenigstens etwas spazieren zu gehen. Mir ein Biketaxi zu nehmen und damit zum Alexanderplatz zu fahren. Zwar liebte ich meine Film-Arbeit, aber ich wollte mich auch mal etwas erholen und auch etwas besichtigen... und das kam hier zu kurz. Ich war bei diesem kurzen Berlin-Aufenthalt nur am Arbeiten, alles ging bisher zack-zack schnell, weil ich nicht viel Zeit hatte, da der Zug nach Hamburg schon um 22:02 kommen sollte. Mehr als Arbeit war nicht. Auf der anderen Seite brauchte ich diese Arbeit. Mein Glaube half mir sehr. Und auch meine Arbeit. Denn ohne meine Arbeit (Kunst, Film, Schreiben), die mir Sinn und Freude gab, würde ich die damalige triste Herbst-Coronazeit vermutlich psychisch schlecht überstehen. Besonders in der Zeit ohne Aufträge hätte ich vermutlich nur rumgegammelt, fern geguckt und wäre vermutlich nur depressiv oder schlecht gelaunt. Ich blickte auf die Uhr meines Handy, das auf der Mauer lag und immer noch die Daten übertrug. Es war schon 21:45 Uhr! Da es schon spät war, wurde die Biktaxi-Fahrt zum Alexanderplatz aufgrund mangelnder Zeit immer unwahrscheinlicher. Ich wartete noch eine Weile, während der Wind oft durch meine langen Haare wehte. Die durch Stress in der Coronakrise immer grauer wurden. Dann zog ich das Mikro-SD-Kabel mit dem USB-Stick von meinem Handy ab, steckte es in meinen Rucksack, nahm meinen Rucksack und mein Handy von der Mauer und ging damit zum Paul-Löbe-Haus. Vor dem Paul-Löbe-Haus an der Konrad-Adenauer-Allee sah ich eine Menge elegante Fahrzeuge stehen. Aus ihnen stiegen Männer in schwarzen Anzügen aus. Gewinnertypen oder Krisengewinner. Wirkten zumindest so. Manche stiegen alleine aus, viele andere mit ihren elegant gekleideten Frauen. Vermutlich waren das Geschäftsleute, die vermutlich auf eine Party, zu einer Feier oder zu einem Geschäftsessen gingen. Ich fragte, einige Männer im schwarzen Anzug, die vor mir standen, nach der Art der Veranstaltung. .
"Ist das hier eine Betriebsfeier?", fragte ich.
"Sowas Ähnliches wir eine Privatparty", sagte mir ein Mann im schwarzen Anzug. Mehr erfuhr ich jedoch nicht. Ich machte einige Videos und ging weiter zur Paul-Löbe-Allee. Dort sah ich aus einiger Entfernung das Reichstagsgebäude, das durch Scheinwerfer mit lila Licht angestrahlt wurde. Der ganze Bereich vor dem Reichstagsgebäude und dem Platz der Republik war gesperrt. Auch befanden sich vor dem Platz der Republik an der Paul-Löbe-Allee nicht weit weg vom Reichstagsgebäude mehrere Fahrzeuge der Licht- und Veranstaltungstechniker. Ich ging die Paul-Löbe-Allee weiter runter links am Reichstag vorbei. Ich sah, dass auch an der linken Seite des Reichstagsgebäudes mehrere Lampen und Laternen waren, die das Reichstagsgebäude und die Umgebung anstrahlten und interessante Hell-Dunkel-Lichtspiele erzeugten. Ich hörte plötzlich Schritte hinter mir. Verfolgte mich jemand? Ich blickte mich um und erblickte ein Ehepaar, das einige Meter hinter mir in meine Richtung lief. Sie wollten wie ich auch zum Friedrich-Ebert-Platz, der sich hinter dem Reichstagsgebäude erstreckte. Als ich den Friedrich-Ebert-Platz erreicht hatte, ging ich hinter dem Reichstagsgebäude eine kleine Strasse entlang Richtung Brandenburger Tor. Einige wenige Leute liefen hinter dem Reichstagsgebäude vorbei. Ein, zwei Leute, ein anderes Ehepaar, eine junge Frau mit einem weinenden kleinen Mädchen. Drinnen im Reichstagsgebäude sah ich gelbes, leuchtendes Licht, dass auch durch die Fenster der hinteren Eingangstür nach draussen strahlte. Kurz darauf ging ich an einer Absperrung und einem Polizeiwagen vorbei bis zur dunklen Dorotheenstrasse. Nachdem die Ampel dort auf grün geschaltet hatte, überquerte ich diese und erreichte kürz darauf die Ebertstrasse, die zum links zum Brandenburger Tor führte. Ich dachte an vieles. Wieder an Corona, an die 4. Welle, an die hohen Zahlen. An die Ampelregierung mit 2 G, 3 G. Der Druck auf Ungeimpfte - wie ich einer war - stieg. Ich kam als Ungeimpfter nirgendwo mehr rein. In kein Restaurant, in keine Bar. In kein Kino. In kein Fitnessstudio. Ich wollte mit Marko (der auch noch nicht geimpft war) ins Kino gehen und "Halloween Kills" gucken. Es ging nicht ohne 2. Impfung. Falls ich einen Interessenten für meine Bilder hätte, könnte ich mich mit ihm noch nicht mal in einem Restaurant treffen und würde möglicherweise auf diese Art meine Kunden vergraulen. Bald würde für Ungeimpfte gar nichts mehr gehen! Ich muss am 11.11. meine erste Impfung hinter mich bringen, anders geht es nicht, denn wenn ich mich an Corona anstecken würde, würde ich wie in der Geschichte "das Messer" möglicherweise auf der Intensivstation landen und an Corona sterben, dachte ich. (Deshalb mied ich in Berlin möglichst nähere Kontakte). Das Ende der Pandemie war noch lange nicht in Sicht. Wenn man die hohen Zahlen sah, schien es gerade erst mit der Coronapandemie loszugehen. Die 4. Corona-Welle war in meinen Augen wie eine 4. Spielrunde, die es zu überstehen galt. Wer die falschen Entscheidungen traf oder Pech hatte und krank wurde, verlor.
Nach kurzer Zeit erreichte ich das Brandenburger Tor und den Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor, wo dort die Ebertstrasse und Strasse des 17. Juni einmündeten. Besser gesagt: Ich schlich dort hin. Auf dem Platz des 18. März waren kaum Menschen. Es war fast genauso leer wie im Mai 2020, dachte ich. Und daran sah ich schon, dass sich einiges seit meinen meinen Aufenthalten am 1. und 6. Oktober (wo es voller war) verändert hatte. Vieles nicht normal war. Und das drückte auf mein Gemüt. Wobei ich versuchte meine zeitweise auftretenden melancholischen Gefühle möglichst zu unterdrücken.
Ich machte einige Aufnahmen. Vergass etwas die Zeit. Dann ging ich durch die frühklassizistischen Säulen des Brandenburger Tors und erreichte die andere Seite des frühklassizistischen Triumpftors: Den Pariser Platz. Dort waren nur wenig Menschen und alles wirkte etwas trist. Dort waren nach meiner Einschätzung nur einige Touristen, die dort einige Fotos vom Brandenburger Tor machten oder dort spazieren gingen. Ich sah dort zu meiner Enttäuschung kein Biketaxi. Ich guckte auf die Uhr meines Handy und sah: Es war schon 21:10 Uhr. Es war viel zu spät. Und daher konnte ich nicht mehr mit dem Biketaxi - falls dort eins wäre - zum Alexander-Platz fahren! Ich machte noch einige Filmaufnahmen. Und so wurde es schnell 21:20 Uhr. Als ich wieder meinen Hunger verspürte, ging ich an der U- und S-Bahn-Station Brandenburger Tor vorbei bis zum ersten Currywurststand in der Nähe des Hotels Adlon dort wo die Strasse Unter den Linden begann und wollte mir eine leckere Currywurst kaufen. Doch dort stellte ich enttäuscht fest, dass dieser geschlossen hatte. Obwohl der normalerweise von 10 bis 23 Uhr geöffnet hatte! Etwas Essen zu dieser Uhrzeit? Konnte ich vergessen. Wie so vieles an diesem Abend. Dann ging ich zum nächsten Imbisskiosk auf der Strasse Unter den Linden. Auch der war geschlossen. Und ging zu einem nächsten Imbisskiosk in der Nähe der Willhelmstrasse, die rechts abging. Auch dieser hatte geschlossen. Und auch die Imbisskioske in der Nähe der Botschaft der Russischen Föderation. Hier war alles um diese Uhrzeit dicht! Ich stellte fest, dass auf der ganzen Strasse Unter den Linden nichts los war und kaum Menschen unterwegs waren. Und das schlug sich auf mein Gemüt nieder. Ich hatte zuerst noch vor weiter in Richtung Friedrichstrasse zu gehen. Doch dann blickte ich auf meine Handy-Uhr und stellte fest, dass es schon 21:30 Uhr war. Ich hatte keine Zeit mehr die Strasse Unter den Linden noch weiter in Richtung Friedrichstrasse zu laufen. Ich machte auf der Strasse Unter den Linden schnell noch einige Videos. Dann ging ich zurück - vorbei an den geschlossenen Imbiss-Kiosken - in Richtung Brandenburger Tor. Da ich ungern so früh abreisen wollte, kam ich plötzlich auf die Idee das Rückfahrtticket nach Hamburg verfallen zu lassen, mir schnell ein Hotel zu suchen und erst am nächsten Tag abzureisen. Denn ich hatte noch einiges vor z.B. Drehen, einiges besichtigen, im Tiergarten spazieren gehen,..... Ich suchte schnell im Handy die Telefonnummer des A & O-Hotels raus. Diese wählte ich einen Augenblick später und wartete. Doch es ging keiner ran. Warteschleife. Nach einiger Zeit des Wartens gab ich es auf und beschloss die Dreharbeiten abzubrechen und nach Hamburg zurückzufahren. Ich war sogar schon soweit die Dreharbeiten hier enden zu lassen und dass bisher gedrehte Material für einen anderen Film zu verwenden zum Beispiel "Psycho - Der Schrecken des Phantom-Killers" oder "Tödlicher Lockdown-Halloween", in dem auch ein maskierte Täter vorkam. Man müsste nur das Drehbuch etwas anpassen, einige Szenen dazudrehen und dann würde es passsen! Kurz darauf beschloss ich mir das alles noch einmal in Hamburg mit dem Dreh etc. zu überlegen. Vieles würde davon abhängen, ob ich genügend Darsteller finden würde oder nicht. Ich machte noch einige Fotos und Videos am Brandenburger Tor. Dann sah ich auf dem Pariser Platz auf der rechten Seite in der Nähe des Dunkin` Donuts-Laden einen Transporter-Polizeiwagen. Am Steuer und auf dem Beifahrersitz saßen zwei Polizisten. Eine kurze Zeit blieb der Wagen stehen. Dann setzte er sich in Bewegung und fuhr am Brandenburger Tor entlang und dann in Richtung Strasse Unter den Linden. Ich filmte dies mit dem Handy und fragte mich warum er dort entlang fuhr. Kurz darauf sah ich mehrere Polizeiwagen, die von links nach rechts die Ebertstrasse am Brandenburger Tor vorbeifuhren. Auch das filmte ich reflexartig mit dem Handy und wenn diese Szenen gelungen waren, würde ich diese vielleicht in einen Film von mir einbauen. Ich fragte mich bei dem Anblick der Polizeiwagen was da los war. Doch ich erhielt darauf keine Antwort. Ich ging an den wenigen Menschen vorbei zum Brandenburger Tor, ging an den Neoklasssizistischen Säulen durch das Tor und kam auf der anderen Seite des Brandenburger Tors am Platz des 18. März wieder heraus. Dort waren fast keine Menschen um diese Uhrzeit. Nur einige Autos fuhren an der Ebertstrasse und Strasse des 17. Juni entlang. Ich drehte schnell noch einige Videos. Dann machte ich einen kurzen Break und steckte das Handy in die Tasche. Dann dachte ich an die Uhrzeit. Als mir ein Mann entgegenkam, fragte ich instinktiv kurz nach der Uhrzeit. "22 Uhr", sagte er. Ich erschrak. 22 Uhr? Das kann doch nicht sein, dachte ich. Es schien so, dass ich beim Filmen die Zeit vergessen hatte. Ich holte mein Handy aus der Tasche und blickte auf die Handy-Uhr. Es war 21:53 Uhr. Ich hatte noch etwas Zeit. Aber nicht viel. Es würde knapp werden. Schnell lief ich die Ebertstrasse runter, lief über die Dorotheenstrasse an der Ampel, nachdem diese auf grün geschaltet hatte. Dann rannte ich weiter über den Friedrich-Ebert-Platz und am Reichstagsgebäude vorbei, dann am Paul-Löbe-Haus vorbei bis zum Spreebogenpark. "Nur noch ein paar Minuten", dachte als ich mit voller Geschwindigkeit durch den Spreebogenpark rannte. Dann lief ich - mit schweren Atem - über die Gustav-Heinemann-Brücke, lief kurz darauf über den Washingtonplatz und erreichte mit letzter Kraft das Innere des leeren, grauen Berliner Hauptbahnhofs.
Schnell lief ich zwei Rolltreppe runter und erreichte vom Rennen völlig erschöpft und vollgeschwitzt den Bahnsteig am Gleis 7. Auf diesem Bahnsteig waren nur wenige Menschen, die auf den ICE warteten. Ich fragte dort einen Mann nach dem ICE nach Hamburg.
"Der hat 10 Minuten Verspätung", teilte er mir mit. Ich blickte auf dien Zugzielanzeiger über mir, die seine Information bestätigte. Was für ein Glück ich hatte. Denn in Berlin wollte ich nicht übernachten! Ich wartete einige Minuten. Dann merkte ich meinen Hunger. Da ich noch ca. 8 Minuten Zeit hatte, beschloss ich spontan zum Currywurststand zu gehen. Ich fuhr 2 Rolltreppen rauf und erreichte kurz darauf den Currywurststand. Dort bestellte mir eine Currywurst mit leckerer Curry-Tomaten-Sosse und dazu eine Apfel-Schorle. Der Verkäufer machte sich sofort an die Arbeit und bereitete mir schnell eine Currywurst zu. Als sie einen Augenblick später fertig auf der Pommespappschale lag, goss er Sosse über sie. Nachdem ich bezahlt hatte, packte er mein Essen in Papier ein. Dann gab er mir das eingepackte Essen und das Getränk. Danach ging ich schnell vom Currywurststand weg und fuhr danach wieder 2 Rolltreppen runter zu Gleis 7. Dort ass ich auf dem Bahnsteig auf einer Bank schnell die Currywurst auf und entsorgte danach den Müll in einen Mülleimer. "Dieser Tag war zwar so okay, ich bin mit dem Drehen weitergekommen, aber so ganz zufrieden war ich in einigen Punkten nicht, da vieles an diesem Tag ein unglaublicher Hetzkram war - das lag aber auch an den Verpflichtungen an diesem Tag (die ja notwendig waren), die mich daran hinderten früher nach Berlin zu reisen. Und zum Teil an meiner Organisation. Das müsste alles nächstes Mal anders laufen und viel ruhiger", dachte ich. Ich beschloss das nächste Mal als geimpfte Person und auch viel früher nach Berlin zu reisen. Und einiges anders und besser organisieren. Ich wartete einige Minuten am Bahnsteig am Gleis 7. Dann kam der ICE 900 nach Hamburg. Ich setzte mir meine Maske auf und stieg dort ein. Kurz darauf ging ich in das 2. Klasse-Abteil, das fast völlig leer war und fand an einer unbesetzten Vierersitzgruppe einen Fensterplatz. Dort setzte ich mich an den Tisch, lud an meiner Powerbank mein Handy auf und wartete einige Zeit. Dann beschloss ich auf dem Herren-WC eine kurze Szene mit dem Täter John zu drehen - passend zur Szene mit mir in der Rolle Jan Meissner ("Jan"), die ich auf der Hinfahrt nach Berlin im ICE gedreht hatte. Ich stand von meinem Sitzplatz auf, zog die obere von den beiden Jacken aus und behielt nur noch die schwarze Jacke mit der schwarzen Kapuze an. Dann ging ich mit meinen Rucksack und den Requisiten aus dem 2. Klasse-Abteil auf den Flur zum Herren-WC. Nachdem ich in das WC gegangen war und die WC-Tür abgeschlossen hatte, behielt ich meine Coronamaske in der Rolle des Täters John auf, holte meine Sonnenbrille aus meiner Jackentasche und setzte sie auf und zog mir schnell die Kapuze über den Kopf. Dann holte ich mein Handy aus der Tasche, richtete sie spontan auf mein Gesicht, drückte den Kamera-Aufnahmeknopf und filmte mich in der Selfieperspektive. Ich sprach während ich filmte einige kurze Texte und schlug in Richtung Handykamera. Das sollte in der Szene so aussehen, als würde ich den Jan niederschlagen. Dann war die Szene fertig. Den Rest würde ich in meinem Homeoffice in Hamburg nachdrehen - zur Not mit Hilfe eines Freundes oder jemand aus meiner Familie würde mir helfen. Kurz darauf verlies ich mit dem Rucksack und den Requisiten das Herren -WC und ging wieder zu meinem Platz in dem 2. Klasse-Abteil. Ich setzte mich auf meinem Fenster-Platz und ruhte mich ein wenig aus. Wenig später kam ein Musiker mit der Gitarre in das Abteil und setzte sich auf einen Platz der Vierersitzgruppe auf der anderen Seite des Ganges parallel zu mir. Wir kamen ins Gespräch. Er kam aus Essen und war für einen Auftrag (ein Konzert) nach Hamburg gereist. Er erzählte mir, dass es viele Künstler in der Coronakrise schwer hatten! Viele Künstler und Veranstalter hatten in der Coronakrise ihre Arbeit verloren und hatten kein Geld mehr. Aber indem er nun Unterricht gab und verschiedene Aufträge annahm, auch verschiedene kleine Auftrags-Konzerte zum Beispiel für Firmen, konnte er als Musiker so einigermassen davon leben. Einen grossen Plattenvertrag oder Hit zu landen strebte er nicht mehr an. Das sei in dieser Zeit zu selten. Das sei ihm auch nicht wichtig. Was ich sympathisch fand. Wichtiger sei für ihn der Spass an der Musik. Ich fand das Gespräch interessant und gut. Ich erzählte kurz was ich so früher als Musiker gemacht hatte. Ich erzählte zum Beispiel von meinem Projekt "The Ultra Creative Project", dass 2002 gegründet und 2006 aufgelöst worden war und das ich in der Coronakrise versucht hatte dieses wiederzubeleben....Wir hätten sicher noch einiges zu erzählen gehabt, aber wir mussten unsere Gespräche unterbrechen, weil in diesen Moment der Zug mit einer 10 minütigen Verspätung (er sollte eigentlich 0:32 Uhr dasein) um 0:42 Uhr in Hamburg Hauptbahnhof einrollte. Ich verabschiedete mich von ihm und wünschte ihm viel Glück. Dann nahm er seine Gitarre und verliess als Erster von uns beiden das 2.Klasse-Abteil und dann den ICE. Kurz nach ihm stieg ich auch aus. Als ich bemerkte, dass der Musiker den fast leeren Bahnsteig verlassen hatte, verliess auch ich den Bahnsteig und ging durch den fast menschenleeren Hauptbahnhof. Dort machte ich noch kurz einige schnelle Videos. Dann verliess ich den Hauptbahnhof auf der Seite Kirchenallee (Hachmannplatz) und ging über die Strasse Kirchenallee zur Bushaltestelle Hbf/Kirchenallee, in der normalerweise immer der Nachtbus 607 fuhr. Als ich dort ankam, bemerkte ich, dass ein Teil der Strasse wegen Bauarbeiten in der Nähe der Bushaltestelle abgesperrt war und kein Nachtbus mehr fuhr. Ich musste zu einer anderen Haltestelle gehen! Dann ging ich über die Adenauerallee zu der Haltestelle Hauptbahnhof am ZOB, an dem dort verschiedene Leute waren, die auf dem Bus warteten: Einige deutsche und ausländische (Ehe-)Paare, einige Männer, die vermutlich von der Arbeit kamen und einige gröhlende, leicht angetrunkene Jugendliche. Dort fuhren normaler Weise die Nacht-Busse 608 (Richtung Tonndorf und Rahlstedt), 609 (Richtung Billstedt und Mümmelmannsberg), 610 (Richtung Mümmelmannsberg und Bergedorf) und der 640-Nachtbus. Und dort fuhr auch der richtige Bus in meine Nähe: Der Nachtbus 606 nach Langenhorn (den Rest könnte ich von dort zu Fuss nach Hause laufen). Doch als ich feststellte, dass er bereits abgefahren war, verliess ich enttäuscht die Haltstelle. Und dann hatte ich plötzlich die Idee, zu einer anderen Haltestelle des Nachtbusses 607 zu laufen. Zum Beispiel eine Haltestelle weiter als die Haltestelle Kirchenallee! Und das tat ich auch, denn ich war etwas müde und wolllte so schnell wie möglich nach Hause fahren! Ich lief am Hauptbahnhof die Strasse Kirchenallee runter, bog an der Strasse Lange Reihe rechts ab und lief diese immer weiter runter. Als ich gerade auf die Haltestelle Gurlittstrasse zulief, hörte ich einen Bus hinter mir. Ich drehte mich schnell um und sah, dass es der Nachtbus 607 war, der gerade auf die Haltestelle Gurlittstrasse zufuhr. Einen Augenblick später hielt der Bus dort. Ich rann so schnell wie ich konnte mit dem Rucksack in der Hand auf den Bus zu, erreichte ihn in letzter Sekunde, stieg ein und setzte mir schnell eine Maske auf. Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass der Nachtbus voller Menschen war: Meistens Jugendliche, die nachts unterwegs waren oder Leute, die spät von der Arbeit kamen. Einige waren auch angetrunken. Alle trugen eine Maske. Ich fand in diesem Zeitpunkt keinen Sitzplatz mehr, da alle besetzt waren. Ich musste wie viele andere Personen im Bus während der Fahrt stehen, hielt mich bei dem Gedränge an einer Schlaufe fest, ging auf Abstand und hoffte, nicht mit Corona angesteckt zu werden. Nach einer Zeit des Bangens und nachdem viele Leute in den nächsten Haltestellen ausgestiegen waren, fand ich endlich einen freien Sitzplatz mit genügend Abstand zu den wenigen anderen Personen, die noch im Bus waren. Ich setzte mich auf diesen freien Platz, fühlte mich erleichtert und hatte nun etwas Ruhe. Als ich kurz vor dem Einschlafen war, erreichte der Bus irgendwann die Bushaltestelle Gnadenweg. Ich wurde in diesem Moment wach. Als der Bus weiterfuhr, merkte ich, dass der Bus viel zu schnell fuhr. Mit einem Wahnsinnstempo. Der Bus fuhr so schnell, dass er an der Haltestelle Hummelsbüttler Markt (EKZ) vorbeifuhr, an der ich - wenn er gehalten hätte - normalerweise ausgestiegen wäre. So drückte ich schnell noch den "Halt"-Knopf.Und dann hielt der Bus kurz darauf immerhin - eine Bushaltestelle weiter - an der Bushaltestelle Poppenbüttler Stieg (an der Kirche und in der Nähe der Schule meiner Tochter). Als der Bus hielt, stieg ich aus und ging durch die die dunklen, leeren Strassen nach Hause. Als ich zu Hause ankam, schlief meine Familie bereits in den zwei Zimmern auf der oberen Etage des Reihenhauses. Ich wollte niemanden aufwecken und legte mich daher auf die Schlafcouch im Wohnzimmer. Ich dachte noch eine kurze Zeit über meinen 1. Impftermin am darauffolgenden Tag (am 11.11.2021) nach. Und über die Wirkung des Impfstoffes. Kurz darauf schlief ich ein.

Datum

2021-11-10

Räumlicher Geltungsbereich

Berlin

Urheber

Berthold von Kamptz

Rechte

CC BY-SA 4.0

Sprache

de

Nutzungsrechte

Nutzung bis 22.11.2031 / 01:09 bestätigt