Husten und Fieber in Zeiten von Corona

Objekt

Titel

Husten und Fieber in Zeiten von Corona

Beschreibung

Etwa in der Zeit zwischen dem 14.03. und dem 16.03.2020 begann ich, an mir Krankheitssymptome wie Fieber oder trockenen Husten festzustellen. Es war dieselbe Zeit, in der das Coronavirus anfing, die Berichterstattung in den deutschen Medien zu dominieren und in der viele Menschen erstmals den Ernst der Lage erkannten. Da ich in den Tagen und Wochen vor Beginn der Erkrankung sehr viel Zeit in der Universitätsbibliothek verbracht habe und in meinem Job als Kellner mit hunderten von Menschen in Kontakt gekommen bin, haben mir die Symptome sehr viel Sorge bereitet. Erschwerend kam auch noch hinzu, dass der Krankheitsverlauf deutlich langsamer und milder war als bei einer üblichen Grippe. Per Handy kontaktierte ich meinen Arbeitgeber und meine Hausärztin, welche mich für insgesamt 10 Tage krankschrieb und mir riet, mich so lange möglichst gut sozial zu isolieren, bis meine Krankheitssymptome über einen Zeitraum von mehreren Tagen aufgehört haben. In der kommenden Woche verließ ich meine Wohnung nicht mehr und kontaktierte meinen Mitbewohner, welcher sich grade bei seinen Eltern aufhielt, um ihm mitzuteilen, dass er am besten erstmal zurückkommen solle. Die ersten Tage der Isolation waren ganz erträglich, jedoch konnte ich mich aufgrund meiner Erkrankung sowie aufgrund der äußeren Umstände der Corona - Pandemie nicht mehr auf mein Studium konzentrieren. Ich verbrachte jeden Tag mehrere Stunden damit, mir Artikel über die Corona - Pandemie durchzulesen und warf mehrmals am Tag einen Blick auf aktuelle Fallzahlen. Nach circa 3 Tagen gingen mir meine Lebensmittel aus, weshalb ich in der WhatsApp - Gruppe meines Studentenwohnheims meine Lage geschildert und gefragt habe, ob mir jemand Lebensmittel vorbeibringen könne. Es haben sich sofort circa 10 Personen gemeldet, die mir Hilfe angeboten haben, jedoch ist die Situation in der WhatsApp - Gruppe absolut eskaliert. Mehrere Personen haben mich angeschrieben und mich gefragt, in welchem Haus und in welchem Flur ich lebe. Es gingen zudem Kettenbriefe um, in denen Menschen davor gewarnt haben, dass ein potentieller Corona - Patient in unserem Studentenwohnheim lebt. Die restlichen Tage der Isolation verliefen recht monoton... eine Nachbarin hat mir mehrmals Lebensmittel vorbeigebracht und mehrere Personen, darunter auch Personen, die ich zuvor nicht kannte, haben sich immer wieder danach erkundigt, wie es mir geht. Nach etwa 7 Tagen hatte ich jedoch das Gefühl, durchzudrehen und wollte einfach nurnoch so weit zur Normalität zurück, wie es eben ging.

Ich glaube, dass es sich bei meiner Erkrankung mit großer Wahrscheinlichkeit nur um eine Grippe gehandelt hat... dennoch fühlte ich mich in der Pflicht, meine Erkrankung wie eine tatsächliche Corona - Erkrankung zu behandeln, da ich nicht getestet werden und eine Infektion mit dem Coronavirus somit nicht ausgeschlossen werden konnte. Inzwischen geht es mir, abgesehen von finanziellen Sorgen, wieder sehr gut, ich kann mich wieder auf die Uni konzentrieren und plane, morgen früh zum ersten Mal seit langer Zeit einkaufen zu gehen :-) .
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HILFE IN KRISENSITUATIONEN [Red.]
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Datum

27.03.2020

Räumlicher Geltungsbereich

Oldenburg

Urheber

Daniel B.

Mitwirkender

Ich

Rechteinhaber

Ja

Rechte

CC BY-SA

This item was submitted on 27. März 2020 by [anonymous user] using the form “Leben in der Corona-Krise” on the site “Das Coronarchiv”: https://coronarchiv.geschichte.uni-hamburg.de/projector/s/coronarchiv

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