Visualisierte Gedanken über die Corona-Pandemie

Objekt

Titel

Visualisierte Gedanken über die Corona-Pandemie

Beschreibung

Rudolf Göller
Visualisierte Gedanken zum Coronavirus 
Mein Bild mit wenigen Worten zu beschreiben fällt schwer. Zu erklärungsbedürftig ist die in Wachskreidetechnik naiv dargestellte Szenerie. Es ging mir darum, den Verlauf der „Depression“, die Covid-19 gesundheitlich und gesamtwirtschaftlich bewirkt, so einfach wie nur möglich aufzuzeigen.
Die Menschen, symbolisch als Delphine im Meer abgebildet, lebten ahnungslos und vom Virus noch unbefallen. Sie genießen, was sie haben, das Leben, die Freiheit und Gesundheit. Doch wie in den Mondphasen verändert sich plötzlich spürbar das Wetter. Die Wellen kräuseln sich, das Meer kommt in Bewegung, die sachte Dünung des Lebens gerät in Bewegung. Anfangs aber noch nicht als gefahrvoll wahrnehmbar. Doch Viren neuer Zusammensetzung tauchen auf, dargestellt im Meer als ausgeworfene Wasserminen.
Sie zwingen, ihrer bedrohlichen Ausbreitung wegen, die Delphine in ihrer natürlichen Umgebung auszuweichen, Kontakt mit den „Minen“ aus Selbstschutz zu vermeiden, wie immer es den einzelnen möglich ist. Bis in den Grund hinab müssen sie, unter Opfern hinabtauchen. Als Säugetiere sehr erschwert ab und an zur Oberfläche Atem holend auftauchend, dabei der Gefahr oft zu nahe kommend. Es gilt auszuharren, bis die Strömung die Minen verschiebt, diese schließlich in unbewohnbaren Fischgründen zugrunde gehen.
Wochen vergehen also, ehe die Wasserfläche freier wird. Erst allmählich begreifen die Delphine, dass die Gefahr, langsam nur, entschwindet. Die Niedergeschlagenheit wandelt sich in Hoffnung. Die Mondphase geht wieder in den belebend erhellenden Vollmond über. Nach der Gefahr, nicht völlig weg aber entfernt, kommt wieder Zutrauen und Lebensfreude auf. Nichts wird vergessen und das Wissen um unverhoffte Gefahren künftig unbeschwerter Lebensweise mahnend hinzugefügt. Gestärkt und vielleicht auch zufriedener als vordem schwimmen die Delphine ihrer Zukunft entgegen.
Ähnlich ist das wohl auch in wirtschaftlicher Sicht als einfache Parabel zu begreifen. Wir werden einige Zeit brauchen, den Status Quo wie noch vor Aufkommen des gefährlichen Virus wieder zu erreichen. Zu den Kranken und Verstorbenen, den vielen leidend Isolierten und Geschwächten, traf das Ganze auch Firmen egal welcher Größe und mit ihnen die schaffenden Bevölkerung. Ein finanzielles Fiasko noch nicht absehbaren, wirtschaftlichen Ausmaßes. Bleibt zu hoffen, dass nach der Depression und Rezession nicht auch noch inflationäre Folgen kommen...
Rudolf Göller, Obernzenn, 27. März 2020

Datum

Kurz nach den Ausgangsbeschränkungen in Bayern, 14.3.2020

Räumlicher Geltungsbereich

Obernzenn (Deutschland, Bayern, Mittelfranken, Marktgemeinde Obernzenn)

Urheber

mohican.null7@gmail.com

Rechteinhaber

Ja

Rechte

CC BY-SA

This item was submitted on 4. Mai 2020 by [anonymous user] using the form “Leben in der Corona-Krise” on the site “Das Coronarchiv”: https://coronarchiv.geschichte.uni-hamburg.de/projector/s/coronarchiv

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