Anlässlich des 10. Jahrestages des Loveparade-Unglücks in Duisburg einige Anmerkungen zur Prozesseinstellung

Objekt

Titel

Anlässlich des 10. Jahrestages des Loveparade-Unglücks in Duisburg einige Anmerkungen zur Prozesseinstellung

Beschreibung

Ist mir wichtig, dass das zum 10. Jahrestag des Loveparade-Unglücks in Duisburg erscheint:
Ich habe mich wahnsinnig darüber aufgeregt, dass man diesen Prozess einfach so eingestellt hat, und dafür die "Corona-Ausrede" benutzt hat, und sich hinter Corona versteckt hat.
In einem Rechtsstaat dürfte es nicht sein, dass man sich hinter Corona dermaßen versteckt. Zuerst verschleppt man die Ermittlungen und den ganzen Prozess, einige Schlampereien und Nachlässigkeiten gab es wohl vermutlich auch. Und dann am Ende sagt man, wir müssen wegen Corona den Prozess einstellen.
Das ist wie ein Schlag in die Magengrube für die ganzen Opfer und Hinterbliebenen, es ist ein katastrophales Signal, das da in die Welt hinaus geschickt wurde, und gibt ein total armseliges Bild für Deutschland ab. Ich finde, dass dies der größte Justizskandal Deutschlands seit langem ist, ein Justizskandal ganz im Zeichen von Corona. Und nachdem ich die Woche gesehen habe, dass die ARD dem 10. Jahrestag des Loveparade-Unglücks einen Themenabend widmet, hat mich eigentlich so ein bisschen die Wut gepackt...
Anstatt den Opfern und Hinterbliebenen "einen Themenabend zu schenken und zu widmen", hätte man ihnen wohl mehr geholfen, wenn die Journalisten und Medien dermaßen Druck auf die Justiz ausgeübt hätten, dass eben dieser Prozess nicht eingestellt hätte werden könnte.
Dieser Prozess, er hätte nie eingestellt werden dürfen, es ist eine Schande, und ein Rechtsstaat wie Deutschland müsste dazu in der Lage sein, Wege zu finden und Gesetze zu schaffen, damit in so einem Falle die Verjährung außer Kraft gesetzt werden kann.
Aber jetzt sind die Hinterbliebenen und die Opfer zum zweiten Mal Opfer geworden und traumatisiert worden, durch dieses fatale Signal und die fatale Ungerechtigkeit.
Ich möchte hier noch betonen, ich selbst habe keinerlei direkten Bezug zur Loveparade grundsätzlich, und auch nicht zu diesem speziellen Unglück, ich habe lediglich damals vor dem Fernseher gesessen, und den Countdown mit runter gezählt, und mich eigentlich dorthin gewünscht zu dieser Party, und habe dann auch das Fiasko und die Berichterstattung am Fernsehen gesehen, und war bei der Unterbrechung des Programmes auch live dabei, als noch keiner so richtig wusste, was damals gerade passiert war.
Und seit diesem Moment fühle ich mit den Opfern und Hinterbliebenen solidarisch. Und deshalb hoffe ich auch, dass dies die richtigen Leute lesen, die die Macht haben, auf die Justiz Druck zu erzeugen.
Und ich hoffe von Ihnen, dass sie diesen gesellschaftskritischen und solidarischen Beitrag bringen werden. Vielen Dank für die Unterstützung.
Und ich hoffe damit den Opfern und Hinterbliebenen vielleicht ein wenig weiterhelfen zu können.

Datum

22.07.2020, 19.00 Uhr

Mitwirkender

nur ich

Räumlicher Geltungsbereich

Kaiserslautern / Rheinland-Pfalz

Rechte

CC-BY-NC-ND 4.0

Urheber

anonym

Rechteinhaber

Ja

This item was submitted on 22. Juli 2020 by [anonymous user] using the form “Leben in der Corona-Krise” on the site “Das Coronarchiv”: https://coronarchiv.geschichte.uni-hamburg.de/projector/s/coronarchiv

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