Corona-Wahnsinn auf den Ämtern - Bürokratie-Corona-Wahnsinn auf den Ämtern

Objekt

Titel

Corona-Wahnsinn auf den Ämtern - Bürokratie-Corona-Wahnsinn auf den Ämtern

Beschreibung

extremstes Negativ-Erlebnis auf dem Amt, ein Sozialamt in Rheinland-Pfalz
Heute morgen auf einem Amt in Rheinland-Pfalz
Corona-Wahnsinn auf den Ämtern - Bürokratie-Corona-Wahnsinn auf den Ämtern
Es ist immer noch keine Kontaktaufnahme ohne Termin möglich, deshalb bin ich letzte Woche unverrichteter Dinge wieder weg, und heute morgen habe ich dann angerufen, um einen Termin mit meiner Sachbearbeiterin auszumachen. Diese war auch noch sehr nett, und sagte, dass es mittlerweile einen Informationstresen, einen Wanddurchbruch im Wartebereich geben würde, und man dort jederzeit auch ohne Termin seine Unterlagen abgeben könnte. Es sei eine sehr nette Mitarbeiterin dort, und die würde dann auch alles gleich kopieren.
Die Mitarbeiterin bestätigte mir noch einmal, dass persönliche Termine immer noch nicht erwünscht seien, und es bei mir ja kein Notfall sei, und deshalb dirigierte sie mich also an den Informationstresen. Ich sagte dann auch, dass ich jetzt gleich käme, und da hätte man mich dann noch aufhalten und zurückhalten können, wenn dort gerade "arbeitstechnisch" "Land-Unter" gewesen wäre...
Ich ging also vorschriftsmäßig rein, hielt mich an alles, dann wurde ich von einer Mitarbeiterin empfangen, und sie fragte mich, ob ich denn viel zu kopieren hätte. Ich sagte, dass ich nicht wisse, was sie alles benötigen würde, und ich deshalb die kompletten Unterlagen dabei hätte. Sie wollte dann noch mal zuerst drüber gucken.
So weit, so gut, so weit auch noch so normal.
Aber jetzt kommt es:
Service-Wüste Deutschland lässt grüßen dank Corona-Schutz-Verordnung
Sie sagte, dass das zu viele Kopien wären, und sie das jetzt nicht gleich kopieren könne, ich müsse meine Kontoauszüge da lassen, oder es selbst im Copy-Laden kopieren, oder eine Bestätigung von der Bank bringen.
Jetzt der Original-Dialog, der dann an Dreistigkeit und Unverschämtheit von der Sachbearbeiterin überhaupt nicht mehr zu überbieten war. Ich überlege auch, ob ich mich bei unserem OB darüber beschweren werde.
Ich meinte dann: Im Copy-Laden kosten die Kopien ja, und bei der Bank müsste man ja auch was dafür bezahlen. Sonst wurde das ja auch immer auf dem Amt gemacht.
Daraufhin "ranzte" und pampte mich die Sachbearbeiterin an und meinte:
"Ach, und ich kann dann aber die Kopien machen oder wie, ich bin doch auch kein Copy-Laden."
Ich daraufhin: "Nein, Entschuldigung, aber, das wurde doch sonst auch immer hier gemacht."
Die Mitarbeiterin daraufhin: "Auf die Selbstverständlichkeit komme ich gar nicht drauf klar. Diesen Anspruch, dass man das immer alles gleich als selbstverständlich nimmt, das geht gar nicht. Das ist gar nicht in Ordnung."
Ich: "Entschuldigung, ja gut, dann muss ich die Auszüge eben halt da lassen, wann kann ich sie wieder abholen?"
Ein Termin für den nächsten Tag vormittags wurde dann ausgemacht.
Hinzu kam noch, dass sie selbst überhaupt nicht wusste, wie viele Monate ich hätte nachreichen müssen von meinen Kontoauszügen. Ja, ich wusste es natürlich auch nicht, denn wegen des Lockdowns durch Corona war das Amt die ganze Zeit geschlossen, und eigentlich hätte ich im April / Mai hin gemusst, und so ging es eigentlich jetzt schon um die Nachreichung. Aber die Mitarbeiterin wusste nun selbst nicht, ob sie 3 oder 6 Monate braucht, ja, wenn die das schon selbst nicht wissen, wie soll ich es dann erst wissen.
Und eine unbestimmte Zahl von Kontoauszügen hätte ich dann auch noch auf meine Kosten kopieren sollen.
In der Zeit, in der ich dort war, hat sie noch mehrere Leute genauso "angepampt" und "angeranzt", unter anderem auch eine ausländische Mitbürgerin, die kaum deutsch sprach, die Mitarbeiterin verdrehte dann latent genervt und latent gereizt die Augen, weil sie sie nicht verstanden hatte.
Als die Mitarbeiterin dann vom Kopieren zurück kam und ich sah, was für ein Chaos dort war, und ich ja gezwungen war, meine kompletten Originale dort zu lassen, fragte ich freundlich nach einer Bestätigung bzw. einer Quittung für meine Originale.
Da war es dann ganz rum, da hatte sie mich dann endgültig "gefressen"...
Unwillig schrieb sie dann den Nachweis.
Sie bediente dann zuerst alle anderen im Wartebereich, rief diese auf, und mir knallte sie dann kommentarlos den Beleg vor die Nase, ohne mich aufzurufen. Es war aber anhand der Tatsache, dass ich die letzte im Raum war, und aufgrund ihrer Geste klar, dass dieser Beleg nun für mich war. Denn sie knallte ihn dann richtig wütend und erbost auf den Tresen.
Hinzu kam, dass sie mich zwischendrin immer wieder ermahnt hat und "angepampt" hat, mich hinzusetzen, doch dazu kann mich wohl niemand zwingen. Zumal ich meine Gründe hatte, mich eben dort gerade nirgendswo hinzusetzen und nichts anzufassen, denn so dreckig wie es in dem Amt war, dreckiger Boden, dreckige, versiffte Stühle und Blutspritzer an der Wand, mit Sicherheit weder "appetitlich" noch hygienisch in Corona-Zeiten, sicherlich auch nicht im Sinne der Corona-Vorschriften des Robert-Koch-Instituts. Außerdem musste ich auch ständig aufpassen, dass mir von den anderen Besuchern niemand zu nahe kam, weil die meisten eben auch die Regeln nicht beachteten. Ich musste also auch immer wieder das Weite suchen, um den Abstand wieder zu erhalten, der eben mich dann auch in diesem Moment auch schützt. Denn sicher gefühlt habe ich mich in dem Amt in keinster Weise aufgrund der Hygiene-Bedingungen, und der Tatsache, in welcher Art und Weise die anderen Besucher zum Teil damit umgingen.
Ich persönlich stand aber immer in gebührendem Abstand zu allen anderen, auch gerade dann wo sie mich ermahnt hat, mich doch hinzusetzen. Aber wie gesagt, ich wollte dort weder etwas abstellen müssen, noch mich hinsetzen müssen, noch etwas anfassen müssen, weil es so dreckig war.
Nun, ich musste meinem Frust und Ärger und meiner Wut über diese unverschämte Behandlung mal freien Lauf lassen, und diesen im coronarchiv mit allen teilen, und auch für die Nachwelt nach Corona festhalten.
Nun, man könnte natürlich sagen, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf dem Amt befinden sich im Corona-Ausnahmezustand, aber eben nicht nur diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, sondern ebenso auch alle Bürger und Bürgerinnen befinden sich momentan im Ausnahmezustand wegen Corona.
Und dies ist kein Gebahren gegenüber Leuten, dies ist kein menschenwürdiges Verhalten gegenüber Leuten, die unverschuldet beim Sozialamt vorstellig werden müssen.
Desweiteren bleibt noch zu erwähnen, dass es bislang völlig normal war, dass das Amt alle benötigten Unterlagen direkt kopiert hat, und davon nie überfordert war, man musste die Originale vorlegen, und das Amt kopierte, was es benötigte. Dies hat nichts mit einer Selbstverständlichkeit zu tun, sondern dies war bislang völlig normal.
Außerdem müsste man dann ja jetzt auch noch von seinem Existenzminimum auch noch die Kopien selbst bezahlen. Hinzu kommt zudem auch noch, dass man momentan auch immer noch nicht normal und alleine im Copy-Laden kopieren kann, man müsste seine Kontoauszüge also der Mitarbeiterin im Copy-Laden überlassen, um diese zu kopieren. Und dann auch noch zusätzlich eine Extra-Servicegebühr fürs Kopieren bezahlen.
Nun, so wie sich die Ämter aber momentan hinter Corona verstecken, und sich in dieser Rolle ach so sehr gefallen, glaube ich kaum, dass dies noch irgendwann einmal nach Corona wieder zu einem Normalbetrieb zurückfinden wird. Daran habe ich jedenfalls meine berechtigten Zweifel.
Ich hoffe, dass sie auch diesen gesellschaftskritischen Beitrag bringen werden. Zu meinem Schutz, damit ich nicht noch Repressalien vom Amt zu spüren bekomme, muss ich diesen Beitrag anonym und auch nur mit einer allgemeinen Wohnort-Angabe, nur das Bundesland, angeben.

Datum

27.07.2020

Mitwirkender

nur ich

Räumlicher Geltungsbereich

Rheinland-Pfalz

Rechte

CC-BY-NC-ND 4.0

Urheber

anonym

Rechteinhaber

Ja

This item was submitted on 27. Juli 2020 by [anonymous user] using the form “Leben in der Corona-Krise” on the site “Das Coronarchiv”: https://coronarchiv.geschichte.uni-hamburg.de/projector/s/coronarchiv

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